Komplizierte Baustelle auf der Neuenrader Straße

Die Höllmecke geht es ab Montag nur noch hinauf. - Foto: Heyn

Werdohl/Neuenrade - Völlig überraschend selbst für die Bauabteilungen der Werdohler und der Neuenrader Verwaltung wird StraßenNRW ab Montag den Verkehrsfluss zwischen den beiden Städten für sieben Wochen auf den Kopf stellen.

Auf der Neuenrader Straße soll – wohl in aller Eile – eine riesige Baustelle eingerichtet werden. Erst Donnerstagmittag teilte Michael Overmeyer von StraßenNRW die Einzelheiten mit. Fuhrparkleiter größerer Unternehmen sind ebenso verärgert wie die Werdohler Verwaltung.

Die üblichen Abstimmungsgespräche habe es nicht gegeben, hieß es unisono aus beiden Stadtverwaltungen an Lenne und Hönne. Aus dem Werdohler Rathaus war noch Donnerstagabend zu hören, man sei regelrecht empört über das Verhalten von StraßenNRW. Bei so einer prekären Verkehrssituation hätte die Stadt unbedingt vorher informiert werden müssen.

Der Verkehr soll jedenfalls ab Montag mit zwei Einbahnstraßen-Regelungen durch ganz Werdohl geleitet werden. Etwa beim Haus Werdohl auf der Kreuzung der B 229 hinunter nach Werdohl wird der Verkehr nur noch einspurig und nur in eine Richtung nach unten fließen können.

Wer von Werdohl wieder hinauf nach Neuenrade will, soll durch Werdohl entlang der Lenne und dann die Höllmecke hinauf fahren. Die wird ebenfalls als Einbahnstraße bergauf eingerichtet. Die Höllmecke wird dann auch für Lastwagen freigegeben, im Normalzustand ist sie für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt.

In einigen Kurven ist sie trotz des Ausbaus so eng, dass sich dort keine großen Lastwagen entgegenkommen können. Gebe man die Höllmecke für schwere Lkw auch bergab frei, bestünde die Gefahr, dass bei dem starken Gefälle Bremsen heiß liefen und es zu gefährlichen Situationen komme.

Es muss wohl eine Abstimmungspanne innerhalb der Abteilungen von StraßenNRW gegeben haben – anders lässt sich nicht erklären, warum die eineinhalb Monate andauernde Baustelle mit solch neuralgischer Verkehrsführung nur vier Tage vorher angekündigt wird und noch nicht einmal mit den Behörden abgesprochen ist. Michael Overmeyer von StraßenNRW weiß um die Kurzfristigkeit der Maßnahmen, liefert aber auch keine Erklärung.

Zu Beginn auf der linken Seite der Neuenrader Straße in Richtung Neuenrade müssten zwingend bis zu 30 Meter hohe felsige Abschnitte gesichert werden, schreibt Overmeyer. Und weiter: „Vor der eigentlichen Felssicherung mit Netzen und Fangzäunen müssen Bäume und Sträucher entfernt werden. Diese Baufeldräumung darf aus landschaftsschutzrechtlichen Belangen nur bis Ende Februar erfolgen und konnte aus Witterungsgründen bisher noch nicht durchgeführt werden.“

Parallel zu dieser Felssicherung werden im oberen Bereich der B 229 auf der Hangbrücke Erkundungen im Untergrund vorgenommen. Diese Erkundungen sind für den Neubau eines Entwässerungskanals und den für 2016 geplanten Neubau der Hangbrücke erforderlich. Diese Arbeiten müssen ebenfalls unter einer halbseitigen Sperrung der B 229 erfolgen. Overmeyer: „Wir bekommen damit einen sehr langen Baustellenbereich, der nicht mit einer halbseitigen Sperrung und wechselseitiger Ampelschaltung zu händeln ist.“ Im Behördendeutsch heißt das so: „Bei einer Verkehrsführung mit Lichtsignalanlage wären sehr lange Umlaufzeiten erforderlich. Auch wäre mit großen Rückstauproblematiken in den beiden Knotenpunkten B 229 / B 236 und auf der Kreuzung vor dem Haus Werdohl zu rechnen.“ Die Arbeiten im Bereich der Hangbrücke beginnen bereits am Montag und würden Ende März fertig gestellt sein. Es sind auch einige Haltestellen der MVG von dieser Verkehrsführung betroffen.

Felssicherung plötzlich auch in Eveking

Aber es geht noch weiter, und auch davon wusste die Werdohler Verwaltung bis gestern Abend nichts: Zusätzlich müsse an der B 229 in Eveking ein weiterer Felsabschnitt gesichert werden, teilt StraßenNRW quasi nebenbei mit. Hier werden an der Hauptstraße im Bereich der Einmündung Blumenstraße auf einer Länge von über 200 Metern ebenfalls Fangzäune aufgestellt, ein Bereich der Böschung wird mit einem Schutznetz gesichert. Hier wird der Verkehr mit einer Ampelanlage geregelt und halbseitig vorbeigeführt. Die Blumenstraße ist in die Ampelregelung mit eingebunden, zusätzlich besteht auf der Blumenstraße im Bereich zwischen der Einmündung in die B 229 und der Zufahrt zum Parkplatz beidseitiges Halteverbot.

Baubeginn ist hier ebenfalls der Montag, die Arbeiten in diesem Bereich sollten auch etwa Ende März fertig gestellt sein.

Von Volker Heyn

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