Parteien stellen sich auf "Kommunalwahl digital" ein

Das Wahlamt nutzt schon lange Computerprogramme, um Formulare zu verwalten und am Wahlabend Ergebnisse zu erfassen. Jetzt sollen auch die Parteien ihre Kandidatenlisten elektronisch übermitteln. -  Archivfoto

Werdohl - Bei der Kommunalwahl am 25. Mai machen die Bürger ihre Kreuzchen wie gewohnt auf einem Wahlschein aus Papier. Für die Parteien ändert sich jedoch einiges: Erstmals übermitteln sie dem Wahlamt ihre Kandidatenlisten auf digitalem Weg. Im Laufe der kommenden Wochen soll feststehen, wer in welchem Wahlbezirk antritt.

Von Constanze Raidt

Der CDU-Vorstand traf sich bereits in der vergangenen Woche, um Kandidatenvorschläge zusammenzutragen. „Es gab aber noch nichts Spruchreifes“, berichtete die Vorsitzende Silvia Voßloh. Beim nächsten Treffen in zwei bis drei Wochen könnten Entscheidungen fallen.

Die Werdohler SPD wird im Februar im Rahmen einer Mitgliederversammlung die Kandidaten für die Wahlbezirke benennen. Wen die SPD ins Rennen um das Bürgermeisteramt schicken wird, ist nach Aussage des Vorsitzenden Andreas Späinghaus noch nicht klar.

Ähnliches war aus den Reihen der WBG zu hören. Eine Mitgliederversammlung solle in den kommenden Wochen ein Parteiprogramm und die Kandidaten für die Wahlbezirke beschließen, teilte der stellvertretende Vorsitzende Thomas Janikowski mit.

Ob die FDP einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen wird, steht Jürgen Neumann zufolge noch nicht fest. „Wir haben darüber noch nicht gesprochen“, sagte der Vorsitzende. Es sei auch möglich, dass die FDP den Bewerber einer anderen Partei unterstütze.

Haben die Parteien ihre Kandidaten benannt, teilen sie ihre Vorschläge dem Wahlamt mit. Bisher gab es dafür Formulare, die das Amt ausdruckte und den Vorständen zuschickte. Die trugen von Hand Namen, Beruf und weitere persönliche Daten der Bewerber ein und schickten die Listen zurück. Das soll jetzt einfacher werden: Mit Hilfe des Programms „Votemanager“ landen die Listen auf elektronischem Weg direkt im Wahlamt.

„Meine Schrift ist unlesbar“

Eine gute Idee, findet Andreas Späinghaus. „Solange wir die Kandidaten von Hand eintragen mussten, hat das meine Frau übernommen“, sagte der SPD-Vorsitzende. „Ich bin gelernter Linkshänder und wurde in der Schule umerzogen. Mit rechts ist meine Schrift jetzt unlesbar.“

Sein Parteikollege Matthias Wershoven will sich in den kommenden Wochen intensiv mit dem Programm beschäftigen. „Ich hatte Schwierigkeiten mit der Anmeldung und habe mich an die Verwaltung gewandt“, berichtet er. „Jetzt versuche ich das noch mal.“

Die WBG tritt zum zweiten Mal in Werdohl an. Auch ohne Votemanager käme auf sie deshalb etwas Neues zu: „Letztes Mal mussten wir ja noch Unterschriften von Unterstützern sammeln“, erklärte Thomas Janikowski. „Das normale Prozedere, wie es auch für die anderen Parteien gilt, machen wir jetzt zum ersten Mal mit.“

Für andere Aufgaben nutzt das Wahlamt das Computerprogramm schon länger. So sind Formulare für Wahlniederschriften und die Listen der Wahlhelfer gespeichert. „Am Wahlabend erfassen wir damit auch die Schnellmeldungen“, erklärt Natascha Handschak vom Wahlamt.

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