Kommunalwahl 2020: So bereiten sich die Parteien in Werdohl vor

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Der Werdohler Rat besteht aus insgesamt 33 Männern und Frauen – darunter ist auch Bürgermeisterin Silvia Voßloh. Dass sich die Zusammensetzung des Gremiums im September 2020 ändern wird, steht schon jetzt fest.

Werdohl - Die meisten Werdohler müssen sich jetzt noch nicht mit dem 13. September 2020 beschäftigen. Für die heimischen Kommunalpolitiker ist das anders.

Sie müssen schon frühzeitig die Weichen für diesen besonderen Tag zu stellen: Innenminister Herbert Reul hat festgelegt, dass dann in Nordrhein-Westfalen die Kommunalwahlen stattfinden sollen. 

Auch über die Besetzung des Bürgermeisteramtes entscheiden die Bürger der NRW-Kommunen in gut elf Monaten. „Bürgermeisterin Silvia Voßloh möchte erneut kandidieren“, erklärt Detlef Seidel, der Vorsitzende der Werdohler CDU. Die entsprechenden Gremien hätten ihrer Kandidatur für die Werdohler Christdemokraten allerdings noch nicht zugestimmt. Ein entsprechender Beschluss solle im Rahmen der Mitgliederversammlung gefasst werden, die für den 12. November (19 Uhr, Freibadgaststätte) geplant ist.

„Dem will ich nicht vorgreifen“, sagte Seidel. Er signalisierte aber, dass er Voßlohs Beschluss begrüßt. Das unterstrich auch der Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann: „Ich gehe fest davon aus, dass die CDU die Kandidatur der amtierenden Bürgermeisterin unterstützen wird.“ 

Gespräche mit möglichen Ratskandidaten

Einige Gespräche mit möglichen CDU-Ratskandidaten hätten zudem bereits stattgefunden, ergänzt Seidel – obwohl sich die Ortsunion augenblicklich auf die städtische Haushaltsplanung konzentriere. 

„Bei uns laufen die Vorbereitungen natürlich auch schon“, sagt Udo Böhme, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Werdohl. Er berichtet: „Nicht jeder, der jetzt für die Sozialdemokraten im Rat sitzt, wird im kommenden Jahr auch erneut kandidieren. Es wird Veränderungen geben.“ Deshalb seien auch schon Gespräche mit möglichen Ratskandidaten geführt worden. Dass die Sozialdemokraten alle Wahlbezirke in Werdohl besetzen können, steht für Böhme außer Frage: „Davon bin ich überzeugt.“ 

SPD plant Nominierung im Januar 

Und auch mit Blick auf die Bürgermeisterfrage stehe eines bereits fest: „Es wird einen Gegenkandidaten oder eine Gegenkandidatin der SPD geben“, verspricht der Ortsvereinsvorsitzende. Voraussichtlich im Januar solle die Nominierung innerhalb des Vorstands stattfinden. Böhme: „Momentan haben aber die Haushaltsplanberatungen noch Vorrang.“ 

WBG kann alle Wahlbezirke besetzen 

Die Werdohler Bürgergemeinschaft (WBG) konzentriert sich ebenfalls aktuell auf die Finanzen: Am Samstag treffen sich die Kommunalpolitiker zur ganztägigen Haushaltsplanberatung. „Wenn wir vom aktuellen Stand ausgehen, kann ich aber feststellen, dass wir alle Wahlbezirke besetzen können“, sagt der Fraktionsvorsitzende Thorsten Hänel. Zudem wolle sich die WBG bereits in der kommenden Woche intensiver mit dem Wahl-Thema beschäftigen, kündigt Hänel an. Dann solle unter anderem über die Frage der Bürgermeisterkandidatur gesprochen werden. 

Bürgermeisterfrage für die FDP noch offen 

„Wir werden in naher Zukunft über unser Programm sprechen. Das ist aus meiner Sicht sehr wichtig“, stellt Alexander Lilienbeck fest. Auch für den Vorsitzenden des FDP-Ortsvereins Werdohl haben zunächst aber die Haushaltsplanberatungen am kommenden Wochenende Vorrang. Voraussichtlich Anfang 2020 solle der FDP-Parteitag stattfinden, in dessen Rahmen es unter anderem um die Besetzung der Wahlbezirke geht. Dass die FDP damit keine Probleme haben werde, erklärt Fraktionsvorsitzender Friedhelm Hermes: „Wir können alle Bezirke besetzen. Das ist erfreulich.“ Weitere Details seien aber noch nicht geklärt worden. So sei beispielsweise die Bürgermeister-Frage noch völlig offen, berichtet Hermes weiter. 

Grüne noch in der Aufbauphase 

Volker Oßenberg, bis zum Ende der Sommerferien Fraktionsvorsitzender der WBG, hatte Anfang September zunächst intern seinen Austritt aus der Wählergemeinschaft erklärt. Der Berufsschullehrer hatte angekündigt, sein persönliches Ratsmandat behalten zu wollen und so schnell wie möglich einen Ortsverband der Partei Bündnis 90/Die Grünen gründen zu wollen. 

Mit Blick auf den 13. September 2020 sagt Oßenberg: „Die Zielsetzung ist nach wie vor, mit einer guten Mannschaft zur Kommunalwahl anzutreten.“ Möglichst alle 16 Stimmbezirke der Stadt sollten besetzt werden. Ob Volker Oßenberg diese Ziele realisieren kann, konnte er noch nicht mit Gewissheit sagen: „Wir befinden uns noch in der Aufbauphase.“ Es sei zu früh, um Ergebnisse zu präsentieren. „Allerdings bin ich optimistisch, dass alles nach Plan laufen wird.“

Kandidaten-Nominierung 

Wer für eine Partei oder Wählergemeinschaft als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gehen möchten – so wie Silvia Voßloh 2014 für die CDU – muss die Nominierungsversammlung besuchen – und sich zum Spitzenkandidaten küren lassen. Während der Versammlung darf jeder jeden vorschlagen. Die Wahl ist geheim. Auch Einzelbewerber können bei der Kommunalwahl antreten, müssen aber zuvor Unterschriften sammeln, um zu beweisen, dass Wähler die Kandidatur unterstützen. Etwas anderes gilt, wenn der Bewerber bereits im Amt ist und erneut kandidieren möchte: Dann sind keine Unterstützungsunterschriften notwendig. Bürgermeisterin Voßloh könnte sich theoretisch also auch ohne CDU-Nominierung zur Wahl stellen.

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