„Integrationsarbeit wird fortgesetzt“

WERDOHL ▪ Die Liste mit den 69 Maßnahmen zur Sanierung des städtischen Haushaltes sieht für 2014 das Aus für das Werdohler Integrationsprojekt (WIP el ele ) vor. 37 500 Euro will die Stadt so einsparen.

„Die Integrationsarbeit wird in jedem Fall fortgesetzt“, sagt Uwe Wiederspahn, der das Projekt im Werdohler Rathaus federführend betreut und koordiniert, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

So sehe das neue Teilhabe- und Integrationsgesetz der Landesregierung, das im Februar verabschiedet wurde, die Einrichtung von so genannten Integrationszentren in den Kreisen und kreisfreien Städten vor.

„Werdohl hat sich als Standort im Märkischen Kreis beworben“, erklärt Wiederspahn. Schließlich habe die Stadt den höchsten Ausländeranteil in ganz Nordrhein-Westfalen. „Es werden noch Gespräche geführt.“ Eine Entscheidung stehe allerdings noch aus.

Das Werdohler Integrationsprojekt wurde 2003 im Zuge der Erstellung eines Integrationskonzeptes durch die Stadt ins Leben gerufen. „Sprachförderung, die Qualifizierung von Migranten für den Arbeitsmarkt sowie die Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund an der Stadtteilarbeit sind Schwerpunkte des Projektes“, so Wiederspahn, der im kommenden Jahr in den Ruhestand geht.

Als bisherige Erfolge des WIP-Projektes verbucht der Verwaltungsmitarbeiter, dass sich seit 2003 sehr viele Werdohler mit Mirgrationshintergrund in das gesellschaftliche Leben eingebracht hätten. „Es sind Netzwerke entstanden. Schulen, Kindertagesstätten und Vereine oder Institutionen, in denen die Migranten organisiert sind, ziehen an einem Strang“, sagt Wiederspahn. Er verweist auch auf die ehrenamtliche Arbeit der Integrationslotsen. Diese Migranten helfen anderen Migranten beispielsweise beim Gang zum Jobcenter oder im Umgang mit Behörden. „Die Integrationslotsen arbeiten ehrenamtlich und das werden sie auch in Zukunft tun“, erklärte Wiederspahn. Im Rahmen der Erstellung eines kreisweiten Integrationskonzeptes habe die Stadt Werdohl bereits Beadarf für verschiedenste Bausteine der Bildungskette angemeldet. So sollen sich die zweisprachigen, interkulturellen Lotsen, die derzeit die Mitarbeiter des städtischen Jugendamtes bei den Neugeborenen-Erstbesuchen in Familien mit Migrationshintergrund begleiten, in dem kreisweiten Konzept wiederfinden. „Ich habe ein gutes Gefühl dabei“, sagt Wiederspahn in Bezug auf die Einrichtung des Integrationszentrums. Auch Bürgermeister Siegfried Griebsch hatte im Rahmen der Pressekonferenz zur Sparliste und zum Aus für das WIP am Mittwoch auf die kommunalen Integrationszentren verwiesen und sagte: „Wir haben mit dem Werdohler Integrationsprojekt unterm Strich eine Menge erreicht.“ ▪ ute

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