So kommt die Zeitung aufs Papier

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Merle Weigel fühlt sich im von Männern dominierten Beruf der Drucker wohl, trägt Verantwortung und steht Nacht für Nacht ihren „Mann“ im Druckzentrum.

MEINERZHAGEN - Im Druckzentrum in Meinerzhagen werden jede Nacht etliche Tonnen Papier verarbeitet: 70.000 Exemplare schafft die Maschine pro Stunde.

Bevor gedruckt wird, muss der als Rolleur bezeichnete Mitarbeiter den Geoman füttern – mit Tonnen von Papier. Im Lager nebenan warten die bis zu 1,2 Tonnen schweren Rollen auf den Startschuss. Wenn Harun Aksu die Rollen für die Tages- beziehunsgweise Nachtproduktion bereitgestellt hat, wird die erste Rolle „eingeachst“. Das heißt, sie wird so auf eine Metallachse montiert, dass sie von der Druckmaschine verarbeitet werden kann. Damit der Nachschub nie abreißt, bereitet der Rolleur gleichzeitig die nächste Rolle für ihren Einsatz vor. Sobald die erste Rolle verbraucht ist, schließt sich die zweite nahtlos an – ohne Unterbrechung.

Wenn die Falzdicke, die von der Seitenanzahl der Zeitungen abhängt, eingestellt ist, die Platten auf den Druckzylindern montiert sind, setzen die Motoren die mächtige Konstruktion Präzisionsmechanik ein erstes Mal in Bewegung. „Einmal hochfahren, anhalten, dann wird entsprechend nachjustiert bis alles perfekt passt“, erklärt Volker Kronberg am Kommandostand. Ein Blick auf die Monitore und den ersten Probedruck reichen den erfahrenen Druckern, um die Qualität der heutigen Ausgabe des Süderländer Volksfreundes zu bewerten. Wenn sie ihr Okay geben, läuft der Geoman mit voller Leistung an, jagt das Papier in Windeseile durch die mit den Druckzylindern bestückten Türme.

Während die Maschine unter Volllast arbeitet, präpariert Harun Aksu schon die nächste Papierolle. 19 Kilometer Papier befinden sich auf den meist 140 cm breiten Rollen. Je nach Produkt können im Meinerzhagener Druckzentrum auch andere Breiten – zwischen 35 bis 140 Zentimetern – verarbeitet werden. Wenn die Rotation, so nennen die Drucker kurz ihre Maschine, ihr Maximum leistet, entstehen bis zu 70 000 Exemplare in nur einer Stunde.

Zu sehen ist der Artikel vom Fußball-Camp nur schwer, das Papier rast mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit durch das Herzstück der Produktion. Nur in den Falztrichtern lässt sich mit Mühe etwas erkennen. Dort werden die Seiten gefaltet.

Nur eine Station weiter reihen sich die fertigen Ausgaben bereits aneinander, laufen an Transportketten an der Decke entlang durch die Halle. Ihr Ziel: die Beilagenstation. Bis zu acht Beilagen werden automatisch in die Ausgaben eingelegt. Jede einzelne Station muss ständig mit frischem Material bestückt werden. Dafür sorgen bis zu 30 Mitarbeiter. Dann muss die ganze Produktion noch zu handlichen Paketen verschnürt werden, ehe sie auf Paletten gestapelt und an den Versand übergeben werden. - maj

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