So kommt in Werdohl die Migration ins Stadtmuseum

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Präsentieren die neue Museums-Schau in Werdohl: Heiner Burkhardt, Katja Galatsch, Usman Kahn und Udo Böhme (von links).

Werdohl - Mitmachen sollen die Besucher einer Ausstellung, die am 30. August im Stadtmuseum eröffnet wird. Dabei dürfen sie nicht nur ein akustisches Rätsel lösen. Auch ihre Meinung zum Thema Migration ist gefragt.

Macher der Ausstellung sind Schüler der 11. Jahrgangsstufe der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG). Einer von ihnen, der Pakistaner Usman Kahn, stellte die Konzeption der Ausstellung nun gemeinsam mit seiner Lehrerin Katja Galatsch sowie Heiner Burkhardt und Udo Böhme vom Heimat- und Geschichtsverein (HGV) vor. Die Museums-Schau trägt den Titel „Werdohl – Eine Stadt der kulturellen Vielfalt: Wie schon Oma und Opa die Stadt kulturell beeinflusst haben“. Kahn erläutert: „Jede Heimat setzt sich aus vielen Kulturen zusammen. Auch in der Türkei wird nicht nur Türkisch gesprochen.“ 

Burkhardt erklärt: „Der Heimatverein sucht immer wieder den Kontakt zu den weiterführenden Schulen in der Stadt.“ Die Motivation sei: „Es wäre ja schade, wenn wir die Heimat der Ü60-Generation überließen.“ Böhme fügt hinzu: „Heimat ist schließlich mehr als Fachwerk und Schützenuniformen.“ 

Gemeinsam Ideen entwickelt

So haben die HGV-Vertreter gemeinsam mit den Verantwortlichen der AEG einen regen Austausch betrieben und Ideen entwickelt. Das erste Ergebnis ist nun besagte Ausstellung, die während einer Projektwoche der Elftklässler auf die Beine gestellt wurde. 

„Der Heimatverein steht nur mit organisatorischer Hilfe parat. Sonst mischen wir uns da nicht ein“, verdeutlicht Böhme. Burkhardt erläutert: „Wir haben Geschichtsbücher und jetzt eben die Räume des Museums zur Verfügung gestellt.“ Gezeigt wird die Ausstellung ab Monatsende auf drei Stellwänden und in einer Vitrine. 

Thema im Philosophie-Unterricht

Lehrerin Katja Galatsch schildert den Entstehungsprozess der Ausstellung: „Sechs Schüler der Jahrgangsstufe elf haben sich im Philosophie-Unterricht dem Thema ,Pluralität’ genähert. Vier weitere Schüler haben dann noch weitere Impulse geliefert.“ Usman Kahn erklärt, wie die Schüler genau vorgegangen sind: „Wir haben Interviews mit Mitschülern gemacht mit Fragen zu den Themenkomplexen Familie, Freundschaft und Religion.“ Dazu kommen noch Interviews mit Ali Akdeniz sowie Vereinsvertretern des Fußballvereins Eyüpspor Werdohl. 

Heiner Burkhardt, der die Ergebnisse der Elftklässler bereits in Augenschein genommen hat, bilanziert: „Es ist extrem spannend, wie die einen AEG-Schüler meinen, die Integration sei in Werdohl toll gelungen. Und die anderen finden, sie lebten in Parallelgesellschaften.“ Genau an dieser Stelle ist die Meinung der späteren Ausstellungsbesucher gewünscht. „Das wird also eine interaktive Schau“, verdeutlicht Böhme. Das erwähnte Rätsel wird zu lösen sein, wenn Museumsbesucher anhand von Tonaufnahmen verschiedene Sprachen auseinanderhalten sollen.

Die Vernissage der Ausstellung beginnt am Freitag, 30. August, um 16 Uhr. Geöffnet wird die Schau zu den Öffnungszeiten des Museums, sonntags von 10 bis 12.30 Uhr. Auf Wunsch wird es auch Sonderführungen zu anderen Zeiten geben. Die Ausstellung bleibt bis zum 12. Oktober im Stadtmuseum.

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