Kolpingsfamilie St. Michael beschließt ihre Auflösung

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Frank Gößmann (links), Geschäftsführer des Kolpingwerk Diözesanverband Essen und Martin Rützler (rechts) leiteten die Sitzung.

Werdohl - „Alles hat seine Zeit“: Dass dieser biblische Spruch am Samstag während der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie Werdohl St. Michael im Großen Pfarrsaal gleich mehrfach fiel, hatte einen triftigen Grund. Die Gemeinschaft in der Tradition Adolph Kolpings hat sich nach 107 Jahren aufgelöst.

Während seiner Abschlussrede versagte dem 1. Vorsitzenden Martin Rützler mehrfach die Stimme: „Nach 40 Jahren Vorstandsarbeit fällt es mir sehr schwer, dieses Kapitel zu schließen“. Doch trotz aller Trauer gab Martin Rützler seinen Mitstreitern auch hoffnungsvolle Worte mit auf den Weg: „Tief in unserem Herzen brennen wir weiter für Kolping und sein Werk, auch wenn wir verbandlich nicht mehr gelistet sind“.

Zuvor hatte er noch einmal die Gründe für diesen seiner Ansicht nach unausweichlichen Schritt dargelegt. Nachdem im Dezember 2015 die Kassiererin überraschend verstorben sei, stand die Kolpingsfamilie im Januar des darauffolgenden Jahres ohne jegliche Kassenführung da. Um eine sofortige Auflösung zu vermeiden, hatte sich Martin Schneider damals dazu bereit erklärt, das Amt des Kassierers für drei Jahre zu übernehmen.

Davon einmal abgesehen, hatte Martin Rützler aber schon bei seiner Wiederwahl angekündigt, dass er mit Ende der Amtsperiode, also im Jahr 2019, nicht mehr antreten werde. Angesichts eines Mitgliederstands von aktuell 21 Personen und eines Durchschnittsalters von 79 Jahren sei „kein geregeltes Vereinsleben mehr möglich“. Aus diesem Grund stimmten die zwölf anwesenden Mitglieder der Kolpingsfamilie einstimmig für die Auflösung, die ab dem 1. Juli in Kraft treten wird.

Dennoch wurde aus den Reihen der Versammlung der Wunsch geäußert, sich zwei bis drei Mal im Jahr zu treffen, um so die sozialen Kontakte weiterführen zu können. Bei aller Trauer über das Ende der Kolpingsfamilie bestärkte Frank Gößmann als Geschäftsführer des Kolpingwerks im Diözesanverbands Essen die Anwesenden in ihrem Beschluss: „Es ist besser einen Schlusspunkt zu setzen.“ Wenn die Anzahl der Mitglieder unter die „kritische Marke“ von 30 Personen falle, sei es schwer, die Strukturen zu erhalten. Doch obwohl pro Jahr bis zu fünf Kolpingsfamilien innerhalb des Bistums verschwinden, sei dennoch ein Zuwachs von rund 800 Menschen zu verzeichnen, die sich der Idee anschließen würden.

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