Kolpingsfamilie sichert die Fahne für die Gemeinde

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Der Vorstand der Kolpingsfamilie St. Michael mit Präses Pater Irenäus, Martin Rützler (Vorsitzender), Jeanne Rützler als Leiterin der Seniorenarbeit, Dagmar Schneider (Leiterin Frauenarbeit), Christoph Gierse (Familienbeauftragter) und Martin Schneider (Kultur und Freizeit).

WERDOHL - Unter dem Gesichtspunkt, dass nach der KAB in absehbarer Zeit auch die im Jahr 1912 gegründete Kolpingsfamilie St. Michael wegen stark sinkender Mitgliederzahlen vor der Auflösung steht, wurde am Samstag während der Jahreshauptversammlung im kleinen Pfarrsaal ein richtungweisender Beschluss gefasst: Die aus dem Jahr 1922 stammende Traditionsfahne soll der Pfarrgemeinde St. Michael Werdohl-Neuenrade geschenkt werden.

Mit diesem formellen Beschluss, der bereits in der Jahres-Mitgliederversammlung 2016 – zunächst als Antrag – auf den Weg gebracht wurde, soll sichergestellt werden, dass diese wertvolle Fahne nicht für immer in den Archiven des Bistums Köln verschwindet. Der Vorschlag von Klaudia Grobel wurde aufgegriffen. Im Vorfeld hatte ein Jurist einen Entwurf für die Schenkungsurkunde verfasst. Er berücksichtigt die Wünsche der St. Michael-Kolpingsfamilie in vollem Umfang.

Die Abstimmung verlief entsprechend einstimmig. „Bei diesem Schritt“, so wurden die 16 anwesenden von nur noch 23 Mitgliedern informiert, „handelt es sich um eine vorbeugende Maßnahme“, so Klaudia Grobel und der Vorsitzende Martin Rützler. Die Vereinbarung müsse nunmehr vom Kirchenvorstand genehmigt werden und wird danach dem Generalvikariat des Bistums Essen übermittelt. Mit diesem Schritt sei gewährleistet, „dass Köln keinen Zugriff mehr auf die Fahne hat“. Sie bleibe hier in Werdohl und könne bei bestimmten, besonderen Anlässen verwendet werden.

Die Übergabe der Fahne an die Gemeinde ist für den Kolping-Gedenktag vorgesehen. Unabhängig von dieser richtungweisenden Entscheidung präsentierte der Kolping-Vorstand den Mitgliedern natürlich auch die Bilanz des vergangenen Jahres. Es wurden – unter anderem – mehrere Suppensonntage und Betstunden durchgeführt, es gab Filmvorführungen, aktuelle Runden und einen Vortrag von Rechtsanwalt Ralf Mitschke vor 45 Teilnehmern, in dem über das Thema Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Testament informiert wurde. Im Sommer überreichte Kolping-Vorsitzender Martin Rützler zwei namhafte Spenden an die Pfadfinder und den Kindergarten St. Michael.

Das Weinfest wird wegen des geringen Weinkonsums künftig wieder Herbstfest heißen, und beim Kolpinggedenktag wurden traditionell auch langjährige Mitglieder geehrt – darunter auch Paul Sandt für 70-jährige Vereinstreue. Die Kasse schloss mit einem leichten Minus ab, das jedoch durch das gute Ergebnis aus 2015 ausgeglichen werden konnte. Im Zuge der Wahlen bestätigte sich: Das Amt des zweiten Vorsitzenden bleibt weiterhin vakant. Als Leiterin der Frauenarbeit fungiert Dagmar Schneider, Leiter in Sachen Familie ist Christoph Gierse, und Leiter für die Bereiche Freizeit und Kultur wurde Martin Schneider. Die Abstimmungen mussten nach den Vorschriften des Bistums geheim vorgenommen werden.

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