Körperverletzung: Trennung wohl nicht verkraftet

WERDOHL ▪ Mutmaßlich weil er die Trennung von seiner Affäre nicht verkraftet hatte, war ein 27-jähriger Werdohler auf eine Unbeteiligte losgegangen. Jetzt musste er sich wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Altena verantworten. Das Urteil: vier Monate Haft ohne Bewährung.

Am 28. August vergangenen Jahres, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, hatte der Angeklagte im Eingang eines Wohnhauses in Werdohl einer 20-jährigen Studentin einen derartigen Schubs gegeben, dass die junge Frau mit dem Kopf gegen die Hauswand geprallt und hart auf ein paar Treppenstufen aufgekommen war. Vor Gericht wollte sich der 27-Jährige nicht äußern, im Gegensatz zur Geschädigten. Die gab an, am besagten Abend bei ihrem Freund gewesen zu sein, als dieser einen Anruf erhielt, bei dem ihm mitgeteilt worden war, der Angeklagte mache am Haus seiner Schwester Randale und drohe damit, sich am Wagen der Frau zu schaffen zu machen. Ohne zu zögern hätten sie sich zur Schwester begeben, wo sie auf den Angeklagten getroffen seien. Als der Werdohler die Studentin in der Tür habe stehen sehen, sei er auf sie zugestürmt. „Er guckte mich erst die ganze Zeit an. Dann ist er die Böschung rauf und über ein Geländer auf mich zugesprungen”, erinnerte sich die 20-Jährige im Zeugenstand. Der Bruder des Mannes habe versucht ihn aufzuhalten, wofür er einen Schlag mit dem Besenstiel kassierte habe. „Auf einmal habe ich einen Druck im Dekolletee verspürt. Dann bin ich mit der linken Kopfhälfte an die Hauswand geprallt”, so die Studentin. Zwei Tage nach dem Vorfall habe sie plötzlich unter Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, Rückenschmerzen und einer eingeschränkten Reaktionsfähigkeit gelitten, was zu drei Tagen Krankenhausaufenthalt geführt habe. Eine 23-jährige Krankenschwester gab im Zeugenstand als Grund für den Ausraster des Angeklagten ihre Trennung von ihm an. Der 27-Jährige habe seine Frau mit ihr betrogen, und sei dann wohl nicht damit klar gekommen, als sich die 23-Jährige von ihm abgewendet, und sich einen neuen Freund gesucht hatte. Schließlich betrat der Bruder des Werdohlers den Zeugenstand. Eigentlich als Entlastungszeuge geladen, bestätigte der 33-Jährige den Vorwurf, und belastete den Angeklagten damit schwer. Da er vorbestraft ist, sorgte am Ende dafür, dass sich Richter Dirk Reckschmidt gegen eine Bewährung entschied. ▪ jape

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