Königsburg: Es war eindeutig Brandstiftung

Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Gebäude auf der Königsburg vorsätzlich angezündet wurde.

WERDOHL - Das ausgebrannte und einsturzgefährdete Gebäude auf der Königsburg ist vorsätzlich angezündet worden. Das teilte gestern Abend Polizei-Pressesprecher Norbert Pusch unserer Redaktion mit. Das Gebäude könnte jetzt zum Problemfall werden. Darauf deuten die Eigentumsverhältnisse hin.

Gestern waren Brandsachverständige der Polizei im Einsatz, um die Brandursache herauszufinden. Ein Betreten des Gebäudes ist derzeit unmöglich, die Ruine ist instabil. So konnten die Beamten nur mit Hilfe der Drehleiter der Werdohler Feuerwehr über das Dach und vor die Fenster gelangen, um Aufnahmen zu machen. Bei Auswertung der Fotos fanden die Sachverständigen Spuren, die auf Brandstiftung hindeuten. Zudem, so Pressesprecher Pusch, lägen Zeugenaussagen vor, die Personen beobachtet hatten, die sich unberechtigter Weise in dem Haus zu schaffen gemacht hatten.

Das Haus besteht aus mehreren Gebäudeteilen, Ursprung ist ein heute noch erkennbarer Schweinestall. Es besteht aus zwei aneinander gebauten Häusern mit eigenen Eingängen, deshalb lautet die Adresse auch Am Holten 1 bis 3. Der hinterliegende Neubau trägt wieder die Nummer 5. Dieses Haus wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Die heutige Ruine wurde vermutlich im Jahre 1835 errichtet. Wann die Anbauten kamen, ist unklar. Ein Nachbar, der früher einmal selbst in dem Haus wohnte, weiß etwas mehr über die Geschichte. In den späten fünfziger Jahren sei dort eine Bäckerei untergebracht gewesen. In einem anderen Gebäudeteil habe der Großvater seiner Frau eine Schreinerei betrieben.

Das Haus gehört einem früher in Werdohl lebenden Mann, der mittlerweile in Niedersachsen wohnt. Es ist seit fünf oder sechs Jahren unbewohnt. Mehrfach sei es in der Zwangsversteigerung gewesen, ohne dass es zu einem Verkauf kam. Das deutet darauf hin, dass der Besitzer finanziell nicht in der Lage sein dürfte, das Haus abreißen zu lassen. Die Ruine besichtigten gestern auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung. - Volker Heyn

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