Ütterlingser Turnhalle wird zum Opernsaal

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In der „Hänsel und Gretel“-Aufführung der Kölner Opernkiste durften einige Martin-Luther-Grundschüler mitspielen, unter anderem als Engel, die Hänsel und Gretel im Schlaf beschützen.

Werdohl - Was kennzeichnet eigentlich eine Oper? Und was benötigt man, um ein Stück dieser musikalischen Gattung des Theaters aufzuführen? Das waren Fragen, mit denen sich am Mittwoch die Martin-Luther-Grundschüler auseinandersetzten. Anlass war die kindgerechte Aufführung der Humperdinck-Oper „Hänsel und Gretel“ durch die Kölner Opernkiste.

Das Musiktheater aus der Rheinmetropole hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern spielerisch einen leichteren Zugang zur klassischen Musik zu verschaffen. Mit der Aufführung am Mittwochmorgen  ist das durchaus gelungen.

In der zum Opernsaal umfunktionierten Ütterlingser Turnhalle verfolgten die Grundschüler aufmerksam das Bühnengeschehen, das sich in Adelheid Wettes Libretto ein wenig vom Märchen der Gebrüder Grimm unterscheidet. Beispielsweise wird die Mutter weniger hartherzig dargestellt: Sie schickt die Kinder eher aus Verzweiflung und Überforderung denn aus Bösartigkeit und Existenzangst in den Wald.

Kinderoper "Hänsel und Gretel" für Werdohler Grundschüler

Den größten Teil der Aufführung bestritten die drei Theater-Profis aus Köln selbst: Stefan Mosemann (Bariton) war zunächst als sorgenvoller Vater und später als bewusst komisch überzeichnete Hexe im pinkfarbenen Bademantel zu sehen, der mexikanische Tenor Antonio Rivera schlüpfte in die Rolle des manchmal etwas tollpatschigen Hänsel und die deutsch-französische Sopranistin Christine Léa Meier verkörperte die eher ängstliche, aber den schönen Dingen zugetane Gretel.

Andere Rollen besetzte die Opernkiste aus dem Publikum. Die mit etwas mehr Text versehene Rolle der Mutter übernahm Lehrerin Sonja Fessel, doch auch eine ganze Reihe von Schülern konnte an ausgewählten Stellen als Engel, Sandmann oder Taumann aktiv ins Bühnengeschehen eingreifen, teilweise sogar mit kleinen Sprechrollen.

In der Aufführung begegneten den Grundschülern, die sich schon vorher im Unterricht teilweise mit dem Märchen und teilweise mit der Oper befasst hatten, dann bekannte Volks- und Kinderlieder wie „Suse, liebe Suse“ oder „Ein Männlein steht im Walde“, die sie mitsingen konnten. So wurden letztlich alle zu Mitwirkenden der Opernaufführung, die der Förderverein der Martin-Luher-Grundschule mit einer großzügigen Spende ermöglicht hatte.

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