Viele sagen: Mein Fleisch soll aus der Region kommen

Artgerechte Haltung ist auf dem Hof Knoche garantiert. Enge Ställe sucht man hier vergeblich.

WERDOHL ▪ 1929 legte Fritz Knoches Großvater den Grundstein für eine mittlerweile mehr als 80-jährige landwirtschaftliche Tradition. „Damals pachtete er den Hof auf Ludemert, 20 Jahre später kaufte er ihn dann“, erinnern sich Marita und Fritz Knoche, die den Betrieb in dritter Generation betreiben. Mit der Diplomagrar-Ingenieurin Daniela Knoche steht die vierte Generation bereit, der Tradition ein weiteres Kapitel anzufügen.

Die Landwirtschaft hat sich im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte stark verändert – nicht nur in Deutschland. Zugunsten einer effizienteren Arbeitsweise hat kostspielige Technik immer mehr Einzug gehalten. Parallel zu den steigenden Investitionen prägen die globale Agrarszene immer mehr Großbetriebe. Kleine Familienunternehmen müssen sich Nieschen suchen, um am Markt zu bestehen.

Der Familie Knoche ist dieser Schritt gelungen. Direktvermarktung heißt das Zauberwort. „Wir haben einen offenen Betrieb“, betont Fritz Knoche und erklärt: „Hier sehen die Kunden, wo ihre Waren herkommen – inklusive Nachweis und fairer Preise. Viele Kunden legen Wert drauf, dass ihr Fleisch aus der Region kommt. So fallen auch keine vermeidbaren Kosten für den Transport an. Und: Ganz wichtig, der Qualität des Fleisches kommt die Schlachtung vor Ort zugute.“ Transporte bedeuten Stress für die Tiere und den soll man nicht schmecken. Auf dem rund 100 Hektar großen Hof auf Ludemert befinden sich pro Jahr etwa 50 Kälber in der Nachzucht. Sie werden groß gezogen und abschließend in der eigenen Schlachthalle verwertet. „Wir sind ein anerkannter EU-Schlachtbetrieb und dürfen unsere eigenen Tiere hier schlachten“, informiert der Landwirt.

Skandale wie zuletzt der Eier-Skandal oder das Pferdefleisch in der Lasagne ist Werbung für die Direktvermarkter. „Tags drauf waren die Eier ruckzuck ausverkauft“, erinnert sich Marita Knoche an den Tag nach den Meldungen über falsch deklarierte Eier aus Massentierhaltung. In den Verkauf kommen die Produkte der Familie Knoche über zwei Wege. Entweder die Kunden schauen direkt auf Ludemert vorbei oder sie besuchen den Landmarkt von Hubert Deitmerg in Werdohl oder Altena, mit dem Knoches kooperieren und über diese Schiene vakuumverpacktes Fleisch und Wurstwaren anbieten.

„Wir schlachten nach Bedarf“, erklärt Fritz Knoche der weiß, das Edelstücke wie das Filet besonders häufig nachgefragt werden. „Wir verwerten fast alles“, sagt der Landwirtschaftsmeister und macht damit deutlich, dass er das Tier zu würdigen weiß. Hausmacher-, Leber- und Blutwurst sowie Sülze wird auf dem Hof Knoche hergestellt und neben den Landmärkten auch an ausgesuchte Landhäuser und Hofläden geliefert. - Markus Jentzsch

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