Knapp 300 Fans feiern beim Lennefiz-Festival

Anstandslos rockten anständig.

WERDOHL ▪ Rund 300 Meter Kabel wurden verlegt. Die Stromleitungen spendete die Stadt. Den Saft aus der Dose finanzierten ansässige Unternehmen. Und Mitorganisator Nils Cramer von den Pfadfinder-Rovern freute sich, dass zumindest die Vorjahreszahl an Zuschauern mit rund 300 Rockfans wieder erreicht werden konnte. Von Michael Koll

So wird auch das zweite Lennefiz-Festival auf dem Biwakplatz am Kettling wieder ein erkleckliches Sümmchen übrig lassen, das das Organisationsteam dieses Mal für den Tierschutzbund Werdohl-Neuenrade sowie für das Hospiz des evangelischen Pertheswerkes in Lüdenscheid vorgesehen hat.

Musikalisch wurde so einiges rund um die Gitarre geboten. Ein abwechslungsreiches Programm sorgte dafür - tanzen vorausgesetzt -, dass den Fans auch warm wurde. Besonders heiß wurde dagegen um 20.35 Uhr der 21-jährigen Anna. Das Rover-Mitglied hatte an diesem Samstag Geburtstag und wurde vom witzigen Moderator Uwe auf die Bühne gebeten. „Ich sehe 32 000 Zuschauer“, ulkte der Ansager. Und die ließ er dann alle „Happy Birthday“ anlässlich des Wiegenfestes der jungen Pfadfinderin singen.

So eingesungen gingen die Fans auch beim folgenden Auftritt der hessisch/nordrhein-westfälischen Band Startblock ordentlich mit. Die Publikumslieblinge überraschten neben eigenen Songs, deren Texte das Publikum auswendig beherrschte, mit einer Coverversion des Backstreet-Boys-Hits „Larger than life“ - in metallischem Gewand.

Es folgten die Lokalmatadore von Sunny Side up, die kein Problem hatten, die Stimmung auf dem Höhepunkt zu halten. Erstmals kamen die Rockfans bis an den Bühnenrand. Und Sängerin Elli wickelte die zum Teil pogenden Zuhörer locker um den Finger mit ihrer charismatisch-spröden Art. Die Neuenrader Entspannungsminister beschlossen schließlich einen kalten Abend, der musikalisch aber voll den Geschmack des Publikums bediente.

Angefangen hatte Stunden zuvor der Plettenberger Andrew Winnow. Sein Folk mit Sprechgesang-Einlagen eröffnete das zweite Lennefiz. Overdosejam aus Neuenrade brachten Indierock, Britpop und Rock mit Reggae-Einflüssen auf die Bühne. Die Frischlinge waren herzlich unbekümmert. So ging die Frage eines Bandmitglieds „Wie ging denn der Song nochmal los?“ per Miko laut über die Anlage. Punkrock boten schließlich No son aus Meinerzhagen. Letztere waren aufgrund eines Trauerfalls in dessen Familie ohne Sänger angereist, was niemandem aufgefallen wäre, hätten sie es nicht verraten.

Girlie-Power folgte mit Anstandslos aus Plettenberg: Im Hintergrund saß mit Niklas der einzige Mann der Band an den Drums. Die Mädels vorne rockten aber, was das Zeug hielt. Ein frecher Auftritt. Fans sollten diese Band im Auge behalten - wie auch Daer Crismo aus Lüdenscheid, die äußerst professionell auftraten. In den Pausen unterhielt der Liedermacher Moritz Gadomski aus Plettenberg. Er setzte auf ruhigere Stücke, deren Texte zwischen poetisch-nachdenklich und kitschig changierten.

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