Kletterwelt

Endlich wieder klettern

Werdohl - Die Kletterwelt Sauerland hat wieder geöffnet - viele nutzten die Gelegenheit, um Trainingsrückstände aufzuholen

Ende 2019 entdeckt Andi das Hobby Klettern in der Halle für sich. „Sechs, sieben Mal bin ich hergekommen“, sagt sie am Samstag in der Kletterwelt Sauerland, „dann ging das nicht mehr.“ Und so habe sie nun ungeduldig darauf gewartet, dass die Tore der Kletterwelt Sauerland auf Rosmart wieder öffnen. Mitgebracht hatte sie am Samstag ihre Freundin Steffi, die ebenso wie sie selbst aus Hemer stammt. „Ich war schon einmal in einem Klettergarten, in solch einer Halle aber noch nie“, gibt diese zu. Und Höhenangst habe sie auch ein wenig. „Aber ich hätte sogar allein herkommen können. Hier bekommt man ja von jedem Unterstützung.“ Es sei für jeden etwas dabei. „Bei mir klappt es mittlerweile auf den leichteren Strecken ja auch schon echt ganz gut“, sagt sie nach zwei Stunden Aufenthalt in der Halle. Doch die Kletter-Unerfahrene befürchtet für den Folgetag Muskelkater.

Trainingsrückstände

 Eine Überanstrengung seiner Muskeln befürchtet Thomas Camminady nicht. „Ich mache das so drei oder vier Mal im Jahr. Und heute ist Sonntag, es regnet. Da bot sich das an, herzukommen.“ Das Ansteckungsrisiko schätzt er als gering ein. „Hier kann man die Abstände ja sehr gut einhalten.“ Stammgäste in der Kletterwelt Sauerland waren bis zum Lockdown Nicole und Tobias aus Schalksmühle. „Wir waren bestimmt alle zwei Wochen hier“, blickt sie einige Monate zurück. Er ergänzt: „Wir arbeiten beide in Lüdenscheid, und so sind wir oft zum Feierabend hierher gefahren.“ Da aber die Fitnessstudios auch geschlossen hatten, hätten ihre Muskeln sich nun schon zurückentwickelt, bedauert Nicole. „Wir sind erst einmal von der Schwierigkeitsstufe 6 auf die 4 zurückgegangen. Die Kraft ist einfach nicht mehr da.“

Neustart nach der Schjließung

 Anja und Boris sind soggar aus Köln angereist. Sie kommt ursprünglich aus Wickede und sagt zur Kletterwelt: „Hier habe ich alles gelernt, das ist meine Heimathalle.“ Und so komme sie auch trotz ihres Umzuges ins Rheinland noch „ein oder zwei Mal im Monat“ nach Rosmart. So sei es für sie auch kein Argument, dass „in Köln die Kletterhalle schon seit Anfang Juni wieder offen ist“. Zudem haben die beiden Klettervorrichtungen in der heimischen Wohnung und konnten sich dort fit halten. Die Kletterwelt Sauerland auf Rosmart ist seit Mittwoch wieder geöffnet, nachdem sie wegen des Corona-Lockdowns ab März geschlossen war und Betreiber Rene Brehm Insolvenz anmelden musste. Nun gibt es einen Neustart mit neuen Eigentümern und dem Kern-Team um Brehm und Mitgesellschafter Thimo Panne. Er sagt: „Am ersten Tag war der Andrang sehr groß. Da hatten wir zwischen 80 und 100 Besucher über den Tag verteilt.“ Zugelassen seien unter Corona-Bedingungen in der 1200 Quadratmeter großen Kletterhalle bis zu 120 Gäste zeitgleich.

Corona-Regeln

 „Viele Kunden rufen vorher an, um nachzufragen, welche Maßnahmen zu beachten sind bei einem Besuch und auch, ob wir aktuell noch Kapazitäten haben.“ Schließlich kämen die Kletterwilligen auch aus dem Ruhrgebiet sowie dem Rhein- und dem Siegerland. Ein Teil des Kinderspielbereiches und manche Trainingsmatten sind derzeit noch gesperrt. Verkauft werden derzeit nur Getränke und Obst. Mitgebrachte Speisen dürfen verzehrt werden. Mit dem Verhalten der Kunden ist Panne zufrieden: Sie hielten sich an die Vorgaben , seien verständnisvoll. Dafür, dass die Abstandsregelungen eingehalten werden, ist vorgesorgt: Die Kletterseile sind in Zwei-Meter-Abständen präpariert. Die Karabinerhaken dazwischen bleiben momentan ungenutzt. Einige Kunden kämen derzeit täglich, sagt Panne. „Manche sind regelrecht ausgehungert“, weiß er. Übervorsichtig sei keiner. „Beim Klettern trägt keiner Maske.“ Nur wer sichere, lege schon mal den Mund-Nasen-Schutz an.

Öffnungszeiten Geöffnet ist die Kletterwelt Sauerland montags bis freitags von 14 bis 23 Uhr und samstags sowie sonntags von 10 bis 22 Uhr.

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