Erbse schockt mit Bergsteiger-Zehen

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Das kletterbegeisterte Publikum wusste mit dem Humor von Erbse durchaus etwas anzufangen.

Werdohl - In der Ankündigung der Kletterwelt Sauerland hieß es einfach nur „Erbse & Testevent“. Doch dahinter verbargen sich am Samstag gleich mehrere spannende Programmpunkte.

Zunächst durften die Freunde des Klettersports mit Gurten, Sicherheitsgeräten und Schuhen das Material namhafter Hersteller auf Herz und Nieren prüfen und einem ausführlichen Praxistext unterziehen. Bereits am Nachmittag hatte der in der Szene bekannte Kletter-Comiczeichner Eberhard Köpf alias „Erbse“ zu einem Live-Act-Zeichnen geladen, bevor Sebastian Benkhofer von der Lüdenscheider Kaffeekultur „Outdoor“ sein Aufgussgetränk zubereitete.

Auch wenn das einjährige Bestehen der Kletterhalle am Rosmart erst am 3. Dezember ansteht, zog Inhaber René Brehm bereits jetzt ein positives Fazit der vergangenen zwölf Monate: „In der Kletterszene haben wir uns einen guten Ruf erarbeitet. Dennoch gibt es immer noch viele Besucher, die von unserem Angebot überrascht sind, weil sie es nicht kannten“.

Höhepunkt des Tages war der Auftritt von Eberhard „Erbse“ Köpf, der mit seinem musikalisch-philosophischen Kletterkabarett zu Gast war. Mit der Gitarre begleitete er eine Diashow seines Schaffens, bevor es „Erbse“ selbst war, der im Schatten seiner eigenen Comicfigur verschwand und sich mit dem gezeichneten Alter Ego einen lebhaften Schlagabtausch lieferte.

Philosophisch kreiste der Abend um die Frage, wieso ausgerechnet das Klettern zu einer Passion geworden war. Die Antwort: Er wusste sie nicht. Stattdessen reduzierte „Erbse“ seinen Erkenntnisgewinn auf die Tatsache, dass das Klettern einfach geil sei und neben Weisheit und Glückseligkeit auch noch das ewige Leben verspreche.

Von der reinen Lehre einmal abgesehen lieferte der Heidelberger aber auch noch einen äußerst expliziten Exkurs über die besondere Physiognomie von Kletterer-Händen und Füßen ab. Die Pranken eines Alpinisten als „Bratpfannen mit gelben Hornplatten“ zu bezeichnen mag noch einigermaßen verträglich sein. Unappetitlich wurde es , als „Erbse“ die ungeschönten Bilder einer deformierten Bergsteiger-Zehe auspackte und manch ein Besucher den Blick lieber zur Seite wandte.

Nur gut, dass in dieser Situation die olfaktorischen Reize ausblieben. Bevor es in eine erste Pause ging, wurde noch ein ganz besonderer Klimmzug („Der Einfingrige“) zur Aufführung gebracht. Nachdem sich niemand aus dem kletterbegeisterten Publikum an das Kunststück herantraute, musste sich „Erbse“ dieser Herausforderung auf seine Art stellen.

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