Kleingärtner kämpfen gegen die Pilzinvasion

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Die Blätter eines vom Gitterrost befallenen Birnbaums sind mit braun-roten Flecken bedeckt. Die Früchte haben schorfige Stellen. Der Pilz schwächt den gesamten Baum.

Werdohl - Ein kleiner Pilz bereitet dem Kleingärtnerverein Hesewinkel große Probleme: „Der Birnengitterrost macht uns wirklich schwer zu schaffen. Alle Birnbäume in der Anlage sind befallen. Sie kränkeln und die Früchte bekommen schorfige Flecken“, sagt Peter Schneider, der Vorsitzende des Vereins.

Sogar auf den Blättern von Apfelbäumen habe er inzwischen schon öfters fleckige Stellen entdeckt, die verdächtig nach dem Pilzbefall aussehen. Folglich haben die Gartenfreunde bereits vor circa einem Jahr damit begonnen, alle Zierwacholderarten aus der Anlage zu verbannen. Diese immergrünen Sträucher oder Bäume, die eine Wuchshöhe bis zu 25 Meter erreichen können, gelten als bevorzugte Wirtspflanzes des Erregers. „Wir haben schon viele Gehölze beseitigt“, sagt Schneider. Weist jetzt aber auf eine Zwangspause hin: „Es ist Brutzeit und wir möchten auf keinen Fall nistende Vögel vertreiben oder sogar gefährden.“ 

22 000 Quadratmeter große Anlage 

Lediglich kleine Exemplare, die nicht als Nistplatz in Frage kommen, lassen jetzt noch Zweige. Beispielsweise ein Zierwacholder-Strauch im Garten von Anna Koppenstein. Bevor der Stamm gefällt wird, entfernt sie dennoch zunächst jeden Trieb einzeln. „Das kostet natürlich viel Zeit“, stellt Peter Schneider fest. Er bedauert, dass es es in der insgesamt 22 000 Quadratmeter großen Anlage in vielen Gärten Zierwacholderpflanzen und andere Koniferenarten gibt, die nach seiner Erfahrung ebenfalls von dem Pilz befallen werden können. Diese seien pflegeleicht und relativ preisgünstig, und waren deshalb bisher auch bei den Kleingärtnern beliebt. 

Anna Koppenstein entfernt Zweig für Zweig einen Zierwacholder aus ihrem Kleingarten.

Der Vorsitzende hofft, dass sämtliche Wirtspflanzen des Pilzes bis zum kommenden Jahr aus der Anlage verbannt werden können – und die Birnbäume in Hesewinkel dann wieder eine Chance auf gesundes Wachstum haben. Denn, so erklärt Schneider: „Gegen den Pilz ist man machtlos. Es gibt zwar ein Mittel, das man spritzen kann – aber nach unseren Erfahrungen wirkt es nicht.“

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