Kleinere Küchen auf den Stationen

WERDOHL ▪ In der Werdohler Krankenhausküche wird am 30. September das letzte Gericht für die Patienten zubereitet. Die Belieferung der Schulen und Kindergärten endet bereits mit Beginn der Sommerferien. Von Simone Benninghaus

Werdohler, die ihr Mittagessen per „Essen auf Rädern“ erhalten, müssen sich ab dem 1. Juli eine Alternative suchen.

Die Schließung der Krankenhausküche hatte Robert Stüwer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkichen Gesundheitsholding, bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt. Die Stadtklinik sei unverzichtbar, schreibe aber rote Zahlen. Als erste Maßnahme, um aus diesen heraus zu kommen, soll der Küchenbetrieb aufgegben werden. Für die Patienten werde sich ab dem Herbst jedoch nichts ändern, sagte der Verwaltungsleiter der Werdohler Klinik, Siegfried Hubrich am Freitag. Im Gegenteil: Der Service solle sich für sie sogar deutlich verbesssern. Er werde nämlich künftig „Hotelcharakter“ haben. Auf den beiden Stationen der Klinik werden dafür jeweils zwei kleinere Küchen eingerichtet, informierte Hubrich. Die maximal 46 Patienten der beiden Stationen werden hier bekocht. Die 15 Mitarbeiter der Krankenhausküche werden in den beiden kleineren Stationsküchen beschäftigt und auch den Servicebereich übernehmen. Denn darauf soll ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Für die Patienten bedeute das mehr Komfort: Während sie ihre Gerichte bisher jeweils für den darauffolgenden Tag auswählen müssen, wird nach der Umstrukturierung auch die Möglichkeit bestehen, Mittagessenwünsche noch am gleichen Morgen zu ändern oder zu ergänzen. Die Auswahl der Gerichte im Speiseplan soll sich ebenfalls steigern. Frühstück und Abendessen wird ab dem Herbst von Servicekräften mit einem Büfettwagen serviert. Je nach Appettit könne der Patient dann morgens und abends seine Wahl treffen.

In der Krankenhausküche wird mittags auch für die Waldorfschule und die Gemeinschaftsschule in Neuenrade sowie für Kindergärten in Neuenrade und Werdohl gekocht. 120 Mahlzeiten werden von der Stadtklinik an diese Einrichtungen geliefert. Bereits nach den Sommerferien werden sie sich auf einen neuen Zulieferer einstellen müssen. Der Lieferservice „Essen auf Rädern“ wird bereits Ende Juni eingestellt. 130 Teilnehmer sind hier derzeit angemeldet. Sie müssen sich nun selbst um einen neuen Lieferservice kümmern. Eine Liste mit entsprechenden Adressen in der Umgebung habe man den Betroffenen an die Hand gegeben, berichtet Hubrich.

Für acht bis zehn ältere Werdohler, die eine Schwerbehinderung und nur ein geringes Einkommen haben, übernimmt seit mehreren Jahren die Nothilfe des Krankenhaus-Fördervereins die Versorgung mit einer warmen Mahlzeit über den Service „Essen auf Rädern“. Für sie hatte der Fördervereinsvorsitzende Karl Mertens bereits am Freitag eine Lösung gefunden. Die Schließung der Küche wird von Mertens aber kritisiert. Aus seiner Sicht sei es unverständlich, dass der Service „Essen auf Rädern“ nicht mehr betrieben wird. Der Förderverein sei von der Maßnahme nicht informiert worden, so Mertens. Besorgte Anrufe von Betroffenen habe er schon erhalten.

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