In den Seniorenzentren

„Kleiner Schritt in Richtung Normalität“: Weitere Impfungen in Werdohl und Neuenrade

Kerstin Medenbach, die Leiterin des Wichernhauses, lässt sich von Dr. med. Joachim Matuszewski die Schutzimpfung verabreichen.
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Kerstin Medenbach, die Leiterin des Wichernhauses, lässt sich von Dr. med. Joachim Matuszewski die Schutzimpfung verabreichen.

Kerstin Medenbach lässt sich bereitwillig von Dr. med. Joachim Matuszewski zu einem Stuhl dirigieren. Die Leiterin des Evangelischen Altenhilfezentrums Wichernhaus nimmt Platz und wartet darauf, dass der Mediziner ihr den Impfstoff, der vor einer Corona-Erkrankung schützen soll, in den Oberarm injiziert.

Sie sieht die Impfung „als einen kleinen Schritt in Richtung Normalität“. Dem Beispiel von Kerstin Medenbach sind am Mittwoch 27 Bewohner und 53 Mitarbeiter der Werdohler Einrichtung gefolgt. „Knapp 90 Prozent der Mitarbeiter lassen sich impfen und bisher hat nur eine Bewohnerin die Impfung abgelehnt“, berichtet die Leiterin des Wichernhauses.

Allerdings: 30 Bewohner und 18 Mitarbeiter sind nicht immunisiert worden. Sie hatten sich mit dem Coronavirus infiziert: Ende November war es zu einem Massenausbruch in der Einrichtung gekommen. „Diejenigen, die erkrankt waren, werden zumindest jetzt noch nicht geimpft“, erklärt Medenbach. Ob und wann für diese Bewohner und Mitarbeiter eine Impfung sinnvoll und möglich sei, darüber gebe es noch keine Informationen. „Deshalb wird Dr. Matuszewski heute die Impfung in unserem Haus abschließen können.“ In drei Wochen werde der Arzt den Bewohnern und Mitarbeitern die Wiederholungsimpfung verabreichen.

Hohe Impfbereitschaft in Neuenrade

Im Evangelischen Seniorenzentrum in Neuenrade wechselten sich am Mittwoch die Allgemeinmediziner Dr. med. Paul Gotthardt und Friedrich-Ernst von Seidlitz aus dem benachbartem Dahle mit dem Impfen ab. Bereits am Dienstag waren die Ärzte dort im Einsatz. Einrichtungsleiterin Petra Wegener freut sich über eine „Impfbereitschaft von 95 Prozent“. „70 von 74 Bewohnern lassen sich impfen. Zwei oder drei Bewohner hatten die Impfung vorher abgelehnt, sich jetzt aber doch noch dafür entscheiden“, berichtet Wegener. Außerdem hätten sich 50 der insgesamt 65 Mitarbeiter für die Immunisierung entschieden.

Eine „Absage in letzter Sekunde“

Dr. Gotthardt berichtet von einer „Absage in letzter Sekunde“: „Kurz bevor ich die Spritze gesetzt hatte, kam der Sinneswandel. Auch das muss man akzeptieren.“ Der Mediziner spricht sich strikt gegen eine Impfpflicht aus: „Das darf keinesfalls mit Zwang geschehen.“ Er erinnere sich an die Pockenimpfung, in deren Rahmen es zum Schluss zu schweren Impfschäden gekommen sei. „Das war das Ende dieser Impfung.“ Dr. Gotthardt ist überzeugt: „Die Corona-Schutzimpfung wird sich durchsetzen, wenn Privatunternehmen Forderungen stellen, einen Impfnachweis verlangen und gegebenenfalls ihr Hausrecht ausüben.“

Dr. med. Paul Gotthardt impft im Evangelischen Seniorenzentrum in Neuenrade. Mitarbeiterin Christina Guerra ist als nächste an der Reihe.

An einem Tag könne er 150 Menschen impfen, lobt der Mediziner einerseits den reibungslosen Ablauf im Evangelischen Seniorenzentrum, stellt andererseits aber den Aufbau der großen Impfzentren im Land und den damit verbundenen logistischen Aufwand in Frage. Dr. Gotthardt rechnet vor: „Wenn alle Neuenrader Ärzte mitmachen würden, wäre ganz Neuenrade in 14 Tagen geimpft.“

Nächster Impftermin ist der 19. Januar

Nachdem die Impfungen in Werdohl am Dienstag mit dem Seniorenzentrum an der Stadtklinik begonnen hatten, geht es am 19. Januar in der Einrichtung Haus Versetal weiter. Im Seniorenheim Forsthaus wurde dagegen die Auskunft zu etwaigen Vorbereitungen und Impfterminen verweigert.

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