Kleine „Gipfelstürmer“ an der Kletterwand

„Kletterlehrer“ Marius zeigt Lucas, wo er am besten mit dem „Aufstieg“ beginnen kann.

WERDOHL - Die Kletterwand in Werdohl ist nicht nur etwas für geübte Bergsteiger. Am Samstag bot der Werdohler Bürgerstammtisch zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit Fred Lange und dessen Kletterkollegen ein Schnupperklettern für Kinder und Jugendliche an.

Von Susanne Riedl

Die Naturfelswand zu erklimmen, war gar nicht so einfach, wie so mancher mutiger Nachwuchskletterer feststellen musste. Spaß hatten die Kinder und Jugendlichen trotzdem. „Kletterlehrer“ Marius nahm sich viel Zeit, um seine Schützlinge auf ihren „Aufstieg“ vorzubereiten - viele nutzten die Gelegenheit, und erklommen die Felsenwand an diesem Nachmittag mehrere Male.

Lucas war an diesem Vormittag der erste mutige Kletterer, der die Herausforderung annehmen wollte. „Ich war schon mal im Kletterpark“, sagte der 14-Jährige, dass er jede sich bietende Möglichkeit gerne nutze, um Klettern zu können. Allerdings musste er zugeben, dass ihm der „Berg“ doch etwas mehr Respekt einflöße als gedacht. „Lucas! Fährst du vielleicht mehr als der Normalbürger Fahrrad?“, fragte Berufskletterer Marius, der Lucas sicherte, während der Jugendliche flott immer weiter die Felswand hinaufkletterte. „Ja“, lautete die Antwort aus luftiger Höhe. „Man sieht’s an deinen Waden“, stellte Marius fest – eine Aufmunterung, die den Heißsporn bis zum „Gipfel“ hinauf klettern ließ. Von seinem zuvor erwähnten Respekt war nichts meghr zu sehen. Lobenden Applaus gab es für den ersten „Aufstieg“ des Tages deshalb auch von den Zuschauern. Zurück auf festem Boden wartete bereits Manfred Hoh auf den „Gipfelstürmer“ - zum Andenken an den Klettertag gab es einen Ansteckbutton. „Es geht ganz schön tief runter“, sagte ein strahlender Lucas. „Am meisten Überwindung hat es mich gekostet, mich beim Absteigen nach hinten zu lehnen. Man hängt völlig im Freien“, beschrieb er seine Erfahrung.

Etwas schüchtern stieg dagegen Bjarne in den Klettergurt. Der Sechsjährige lauschte aufmerksam den beruhigenden Worten des „Kletterlehrers“. Mit konzentrierten Handgriffen half er beim Anlegen der Sicherungsutensilien. „Du musst keine Angst haben. Das Seil hält dich. Es hält sogar 2,2 Tonnen. Damit könnten wir hier einen Elefanten raufziehen“, verdeutlichte Marius – Bjarne nickte dennoch etwas skeptisch. Trotzdem trat er tapfer an die Felsenwand heran, legte eine Hand vor die andere, setzte einen Fuß vor den anderen und verließ den festen, sicheren Boden. Mutig „arbeitet“ sich der kleine Kletterer bis zur Hälfte der Wand hinauf – erst dort zog er den Abstieg dem Weiterklettern vor.

Louis und Henry sind gerade zu Besuch in Werdohl – auch sie haben von dem Kletterangebot erfahren und wollten unbedingt einmal die Felswand an der Lenne erklimmen. „Wir waren schon oft in einer Kletterhalle“, erzählten der Neun- und Siebenjährige, die bereits auf einige Klettererfahrung zurückblicken können. Im Umgang mit Helm und Kletterausrüstung zeigten sich die beiden Jungs somit geschickt. Ihre Handgriffe wirken sicher und nahezu routinemäßig. „Denkt aber bitte daran, wir haben hier eine Naturwand. An der klettert es sich anders, als in einer Kletterhalle“, bremste Marius ein wenig den Übereifer. Und während Louis noch in der Wand „hing“, hatte auch Bjarne wieder neuen Mut gefasst und marschierte in Richtung Kletterfelsen zurück. Dort wartete auch schon Lucas darauf, wieder an der Reihe zu sein. Der 14-Jährige, der seine zweite „Klettertour“ bereits hinter sich gebracht hatte, wollte gerne noch ein drittes Mal nach oben.

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