Kleine Detektive in Bücherei

WERDOHL ▪ Immer wieder sprangen die Mädchen und Jungen der Klassen 4a und 4b der katholischen Grundschule in der Bücherei von ihren Stühlen. Ihre Finger schnellten in die Höhe und schnipsten ungeduldig. „Ich weiß es, ich weiß es“ war es von allen Seiten zu hören. Grund der Aufregung war eine Krimilesung mit Julian Press. Von Jana Peuckert

Der 52-Jährige stellte die Geschichte „Jagd auf Dr. Stuppek“ aus seiner Bücherreihe „Finde den Täter“ vor. Und so begleiteten die Grundschüler die drei kleinen Detektive Philipp, Florentin und Carolin von der Lakritzbande bei der Aufklärung eines Schmuckdiebstahls.

Dabei handelte es sich nicht um eine gewöhnliche Lesung. Denn: Jede vorgelesene Seite endete mit einer Frage, deren Lösung in einer Zeichnung zu suchen war. Mal mussten die Schüler eine Person in einem Wimmelbild entdecken, ein anderes Mal ein Zahlenrätsel lösen oder Schnipsel zusammenfügen.

„Die Kinder sind aktiv dabei, das ist der springende Punkt“, erklärt Julian Press. Durch den Aufbau der Geschichten sei es möglich, nach jeder Seite eine Pause einzulegen. „Damit ist es auch für Legastheniker, denen es schwer fällt, Bücher bis zum Ende zu lesen, gut geeignet“, weiß der Autor.

Als Sohn von Hans Jürgen Press – Verfasser des Klassikers „Schwarze Hand“ – habe er bereits im Alter von sechs Jahren beschlossen, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. „Daran habe ich festgehalten“, betont Press.

Inzwischen sind bereits sieben Bücher in seiner Reihe erschienen. Eine weitere Fortsetzung sei in Arbeit. Julian Press schreibt nicht nur die Texte seiner Krimis selbst, auch die Zeichnungen stammen aus seiner Feder. Bei den Ideen seiner Geschichten handelt es sich meist um Reisesouvenirs. Egal wo er unterwegs sei, immer wieder lasse er sich auf seinen Streifzügen durch fremde Orte inspirieren. So sei ihm die Idee zur Geschichte „Fluch des schwarzen Schützen“ während eines Mittelalterfestzugs in San Marino gekommen.

Die Kinder in der Stadtbücherei hatten viel Spaß bei der Lesung und waren mit vollem Eifer dabei. Nachdem der Schmuckdieb aus „Jagd auf Dr. Stuppek“ gefasst war, gab es für die kleinen Detektive als Zugabe noch ein paar Rätsel aus dem Buch „Heiße Spur“ von Hans Jürgen Press.

Die Lehrerinnen Ursula Lüling und Sigrid Claus zeigten sich beeindruckt vom Schnüfflertalent ihrer Schützlinge. „Sie sind wirklich die ganze Zeit dabei und finden die Lösungen sehr schnell“, freut sich Claus.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare