„Kleine Begegnung“ mit Omas Klassiker

Während er ersten „Kleinen Begegnung“ haben die Jugendlichen gemeinsam mit Seniorinnen im NHZ Weihnachtsplätzchen gebacken. Stefanie Bahr (r.) von der Jugendpflege freute sich, dass Jung und Alt die Scheu ablegten und miteinander lachen konnten.

WERDOHL -  Verlockender Plätzchenduft weist den Weg in die Küche des Nachbarschaftshilfezentrums (NHZ) Pungelscheid: Dort haben Jugendliche und Seniorinnen am Dienstag gemeinsam gebacken. „Es ist der erste Versuch, unser neues Konzept umzusetzen“, beschreibt Stefanie Bahr, Leiterin des Jugendraumes in Pungelscheid.

„Wir hatten vor, die Anwohner nach dem geplanten Umzug zum Pungelscheider Weg stärker einzubeziehen“, berichtet Bahr. Der Bezug des neuen Jugendraums sei zwar vorläufig gescheitert, doch davon wolle man sich nicht entmutigen lassen, betont die Mitarbeiterin der städtischen Jugendpflege. In kleinen Schritten, so die Idee, sollen die Jugendlichen und die Anwohner des Stadtteils jetzt aufeinander zugehen. Das scheint am Dienstag im Rahmen der ersten „Kleinen Begegnung“ gelungen zu sein. Sowohl die Jugendlichen als auch die Seniorinnen aus dem NHZ verloren nach und nach die Scheu im Umgang miteinander, wurden lockerer, scherzten und lachten schließlich bei der Arbeit.

Passend zu dieser Begegnung hatte Stefanie Bahr auch die beiden Plätzchenrezepte ausgewählt. Neben Omas Klassiker, dem Spritzgebäck, lagen schließlich Crispy Cookies mit Cornflakes und Schokoraspeln auf dem Backblech. Einen Teil des Gebäcks verputzte die muntere Truppe quasi direkt aus dem Ofen. Die anderen NHZ-Bewohner bekommen noch Gelegenheit zum Probieren und auch die Besucher des Jugendraums an der Meilerstraße dürfen noch kosten; und zwar morgen. Ab 16 Uhr ist dann ein Weihnachtsnachmittag mit Gebäck und passenden Filmen geplant.

Die Kooperation mit dem NHZ soll weiter ausgebaut werden, erzählt Stefanie Bahr. Beispielsweise solle die Hausaufgabenbetreuung im Anschluss an die Schule voraussichtlich an der Iserschmittstraße 4 stattfinden. „Wir wollen nach den Weihnachtsferien starten“, berichtet Bahr. Jeweils freitags, wenn die Schulzeit an den Grundschulen kürzer ist als an anderen Wochentage, haben Mädchen und Jungen die Möglichkeit, ins NHZ zu kommen. Dort werde es von 15 bis 19 Uhr nicht nur eine Hausaufgabenbetreuung geben, sondern auch Spiel, Spaß und einen Abendsnack, betont die Leiterin des Jugendraums.

Darüber hinaus sei ein Ernährungsangebot für Jugendliche oder auch Kinder im NHZ geplant. „Dabei werden wir von Ombretta Carluccio unterstützt, die im Nachbarschaftshilfezentrum kocht“, freut sich Stefanie Bahr. Allerdings solle dann kein süßes Gebäck verspeist werden. „Es geht dabei natürlich um gesunde Ernährung,“ kündigt die Mitarbeiter der Jugendpflege an.

Von diesen „Kleinen Begegnungen“ abgesehen, gebe es auch die Idee im kommenden Jahr einen „Krisentag“ in Pungelscheid zu organisieren. Stefanie Bahr erläutert die Hintergründe: „Manche Anwohner in Pungelscheid stören sich am Verhalten der Jugendlichen, einige haben sogar Angst.“ Um das zu ändern müssten beide Seiten die Gelegenheit bekommen, ganz offen miteinander zu sprechen. „Jeder müsste dann dem anderen sagen, was ihn stört. Gemeinsam könnten wir dann überlegen, was getan werden muss, um Abhilfe zu schaffen“, betont Bahr. Allerdings gibt es dabei einen Haken: Der Krisentag funktioniert nur dann, wenn beide Parteien den Mut zum offenen Gespräch haben. „Das ist manchmal schwierig und deshalb ist die Planung noch nicht abgeschlossen“, sagt die Leiterin des Jugendraums.

Von Carla Witt

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