Alternativprogramm zur Bom

Klassenzimmer statt Messe: Berufsorientierung in Corona-Zeiten

Gespräche zwischen Unternehmensvertretern und Schülern am Messestand kann es 2020 coronabedingt nicht geben. Die Organisatoren der Messe Bom haben sich deshalb ein abgespecktes Alternativprogramm einfallen lassen.
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Gespräche zwischen Unternehmensvertretern und Schülern am Messestand kann es 2020 coronabedingt nicht geben. Die Organisatoren der Messe Bom haben sich deshalb ein abgespecktes Alternativprogramm einfallen lassen.

Jugendliche, die sich in der Schule mit ihren beruflichen Möglichkeiten beschäftigen, sollen mit einem Zuschuss für ihre Klassenkasse belohnt werden. Das haben sich die Organisatoren der Bom (Berufsorientierungsmesse) überlegt.

Dass die Großveranstaltung im Festsaal Riesei für Schüler aus Werdohl und Neuenrade coronabedingt nicht stattfinden kann, war schon seit längerer Zeit bekannt. Doch auch das zunächst angedachte Alternativprogramm musste nochmals eingedampft werden.

„Aber für uns steht fest, dass wir auf jeden Fall etwas anbieten wollen. Auch die Firmen sind Feuer und Flamme“, sagt Andreas Haubrichs, Wirtschaftsförderer der Stadt Werdohl. Bis in den Oktober sei man davon ausgegangen, wenigstens die „Check-ups“, die Gesprächsrunden der Schüler mit Auszubildenden verschiedener Firmen, in den teilnehmenden Schulen anbieten zu können (wir berichteten). „Doch dann hat sich die Coronalage nochmals verschärft,“ stellt Haubrichs fest.

Technische Hürden verhindern Videokonferenzen

Zunächst habe man darüber nachgedacht, die Gesprächsrunden als Videokonferenzen durchzuführen. Allerdings habe man diese Planungen schnell begraben müssen. „Einige Schulen sind mit der Digitalisierung einfach noch nicht so weit. Wenn eventuell nur eine Kamera pro Klasse zur Verfügung steht, macht so eine Videokonferenz keinen Sinn. Man kommt nicht in die gewünschte Gesprächssituation“, weiß der Wirtschaftsförderer. Hinzu komme, dass technische Probleme gerade jetzt zu Beginn der Digitalisierung nicht ausgeschlossen werden könnten. Folglich habe sich das Bom-Team schweren Herzens dazu entschieden, auf die beliebten Talkrunden mit den Auszubildenden komplett zu verzichten.

Jetzt sollen sich die Schüler und Lehrer im Klassenverband mit der Berufswahl, den heimischen Unternehmen und den Möglichkeiten, die dort geboten werden, beschäftigen. Die Bom-Broschüre, in der sich die beteiligten Unternehmen vorstellen, hat Haubrichs am Mittwoch in der Druckerei in Auftrag gegeben. „In der kommenden Woche werden sie an die Schulen verteilt“, berichtet der Wirtschaftsförderer. Dass die Bom-Organisatoren damit etwas später dran sind als ursprünglich geplant, empfindet Haubrichs nicht als Nachteil: „Wir sind ja jetzt nicht mehr an die Zeiten gebunden, die wir eigentlich mal im Kopf hatten.“ Lehrer und Schüler könnten die Themen zeitlich flexibel in den Unterricht einbauen. „Zumal ja ohnehin keiner weiß, was in der nächsten Woche kommt. Vielleicht müssen die Schulen wieder schließen. Momentan ist es eigentlich kaum möglich, überhaupt irgendetwas zeitlich zu planen.“

Ein Quiz gibt es auch in diesem Jahr

Einen Anreiz, sich mit der Bom-Broschüre zu beschäftigen, gibt es auf jeden Fall: „Auf unser Quiz wollten wir nicht verzichten“, unterstreicht Andreas Haubrichs. Statt Einzelaufgaben erwarten die Teilnehmer in diesem Jahr allerdings Klassenaufgaben. Details möchte der Wirtschaftsförderer noch nicht verraten, aber: „Wir sehen ja bei den Einsendungen, welche Klassen mitgemacht haben. Alle sollen einen Obolus für die Klassenkasse erhalten.“ Wie hoch diese Finanzspritze sein wird, kann Haubrichs noch nicht sagen. „Es ist schon so, dass wir in diesem Jahr weniger Geld zur Verfügung haben. Denn aufgrund der Corona-Pandemie gibt es in unserer Bom-Broschüre natürlich auch weniger Anzeigen als üblich.“

Dennoch solle es am Ende auch eine Sieger-Klasse geben, die mit einer Extra-Prämie belohnt wird. „Das könnte vor Weihnachten passieren, vielleicht aber auch erst im Januar. Je nachdem, wie sich die Gesamtsituation jetzt weiterentwickelt“, möchte sich das Bom-Team nicht festlegen.

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