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„Eine Kuh, ein Schwein und eine Pfütze“: So stellen sich Kinder ihre Traum-Kita vor

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Von: Volker Griese

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Auf einer Stellwand hat die Kita St. Michael die Wünsche und Ideen der Mädchen und Jungen gesammelt. Ob die in der neuen Kita allesamt umgesetzt werden können, ist zwar noch offen, aber die Gremien werden sich damit befassen.
Auf einer Stellwand hat die Kita St. Michael die Wünsche und Ideen der Mädchen und Jungen gesammelt. Ob die in der neuen Kita allesamt umgesetzt werden können, ist zwar noch offen, aber die Gremien werden sich damit befassen. © Volker Griese

Die grundsätzliche Entscheidung ist schon gefallen: Die beiden katholischen Kindertagesstätten St. Michael (Stadtmitte) und St. Bonifatius (Eveking) sollen bis zum Sommer 2025 zu einer vierzügigen Einrichtung zusammengefasst werden. Wie die neue Kita aussehen soll, ist aber noch offen. Jetzt durften erst einmal die Kinder mitreden.

Werdohl - Mit modernen Kitas möchte der Kita-Zweckverband den gesellschaftlichen Veränderungen und wirtschaftlichen Herausforderungen begegnen. Um für die Anforderungen und Aufgaben der Zukunft gewappnet zu sein, sollen zum Beispiel zweizügige Einrichtungen wie die Kita St. Bonifatius in Eveking aufgegeben werden. In der Werdohler Innenstadt soll dann eine moderne vierzügige Kita St. Michael geschaffen werden, die auch die Kinder aus dem Versetal besuchen sollen.

Ob die neue, gemeinsame Kita komplett neu gebaut, oder ob die bisher dreizügige Kita St. Michael umgebaut und erweitert wird, ist noch offen. Die Entscheidung könne möglicherweise noch in diesem Jahr fallen, heißt es vom Kita-Zweckverband des Bistums Essen.

In der Zwischenzeit sollen Pläne geschmiedet werden, wie die neue Kita aussehen und wie sie ausgestattet werden soll. Dazu hatten jetzt zuerst die Mädchen und Jungen der Kita St. Michael das Wort. Auch wenn die meisten der Drei- bis Sechsjährigen die neue Kita wahrscheinlich gar nicht mehr besuchen werden, legt der Kita-Zweckverband Wert auf ihre Meinung. Und die haben die Erzieherinnen jetzt in drei Kinderkonferenzen abgefragt. „Wenn ich mir eine Kita zaubern könnte...“ lautete die Fragestellung, und die Kinder waren aufgefordert diesen Satz mit ihren Vorschlägen zu ergänzen.

Die Ideen seien vielfältig gewesen, berichteten Kita-Leiterin Kim Fenner und ihre Stellvertreterin Annika Legien nach der dritten Kinderkonferenz. Die Wünsche reichten ihren Worten zufolge von einem Bällebad und einem Fußballtor für den Turnraum über eine Indoor-Rutsche und einen Autoskooter bis zum „Bauernhof mit einem Schwein, einer Kuh und einer Matschepfütze“. Auch „viel Platz zum Klettern und Toben“ hätten sich die Kinder gewünscht, ebenso ein Spiel- oder Baumhaus, ein Trampolin oder eine Hüpfburg.

Die Kindertagesstätte St. Michael an der Brüderstraße könnte abgerissen und als vierzügige Einrichtung neu gebaut werden. Es gibt aber auch andere Optionen für eine Zusammenlegung mit der Kita St. Bonifatius.
Die Kindertagesstätte St. Michael an der Brüderstraße könnte abgerissen und als vierzügige Einrichtung neu gebaut werden. Es gibt aber auch andere Optionen für eine Zusammenlegung mit der Kita St. Bonifatius. © Volker Griese

„Etwa jedes dritte Kind möchte auch gerne mit Wasser spielen“, erzählt Kim Fenner. Sie kann das gut verstehen, denn „bisher haben wir nur mit Wasser gefüllte Kisten“. Das sei keine optimale Lösung, die die Kinder überzeuge. Die Kita-Leiterin könnte sich sogar vorstellen, den Wunsch nach einem Wasserspielplatz in der Kita zu erfüllen. „Dann könnten die Kinder auch im Winter mit Wasser spielen“, begründet sie.

So mancher Wunsch klingt aber auch überhaupt nicht so, als sei er einem Kindermund entsprungen. Eine größere Küche gehört zum Beispiel in diese Kategorie. Aber Kim Fenner kann das erklären: Die Küche mit nur zwölf Sitzplätzen sei tatsächlich oft zu klein für das gemeinsame Gruppenfrühstück, sodass einige Kinder daran nicht teilnehmen könnten. Auch Fenster, durch die man vom Flur aus in die Gruppenräume schauen könnte, standen auf der Wunschliste. Fenner: „Die Kinder möchten gerne in die Räume schauen, bevor sie hineingehen, um herauszufinden, was dort los ist.“

Der Eifer, den die Drei- bis Sechsjährigen bei den Kinderkonferenzen an den Tag gelegt haben, hat die Erwachsenen offensichtlich überrascht. „Wir waren anfangs doch ziemlich skeptisch: Kommt dabei überhaupt etwas heraus?“, gibt Annika Legien zu. Letztlich muss die stellvertretende Kita-Leiterin aber genau wie Kim Fenner einräumen, von der Vielzahl der Ideen überwältigt zu sein.

Natürlich lassen sich die Kinderwünsche nicht in vollem Umfang realisieren. Die gesammelten Ideen wandern aber jetzt in die Gremien bei Kita-Zweckverband und Kirchengemeinde, die sich mit der neuen Kita befassen. Auch die Kinder der Kita St. Bonifatius in Eveking sollen übrigens noch zu Wort kommen, allerdings erst zu einem etwas späteren Zeitpunkt. Dort sei die bevorstehende Aufgabe der Einrichtung mit den Kindern noch nicht thematisiert worden, heißt es zur Begründung.

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