Kita Gernegroß: CDU weist Vorwürfe zurück

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Die CDU-Mitglieder Dirk Middendorf, Christoph Plaßmann, Silvia Voßloh und Stefan Ohrmann (von links) nehmen Stellung zur Kita-Diskussion.

Werdohl - In der Diskussion um den Garten für die Kita Gernegroß meldet sich jetzt auch die CDU zu Wort. „Wir wollen nicht, dass Silvia Voßloh so dargestellt wird, als habe sie die Flinte ins Korn geworfen“, sagt Dirk Middendorf. So hatte es der Elternbeirat des Kindergartens in einem Leserbrief (SV vom 13. Mai) formuliert.

Von Constanze Raidt

Die CDU-Parteivorsitzende Silvia Voßloh ist Mitglied im Rat der Einrichtung Gernegroß. Zu diesem Gremium gehören neben Elternvertretern und der Kita-Leiterin Silke Wiederspahn-Hopmann auch Ali Akdeniz (SPD) und Jürgen Neumann (FDP). Als sich der Stadtrat im November entschied, das Grundstück nicht zu pachten, erhofften sich Elternvertreter Hilfe von Silvia Voßloh. Denn das Gartengrundstück gehört der evangelischen Kirche, zu der die CDU-Vorsitzende gute Kontakte hat.

„Nicht den zweiten Schritt vor dem ersten“

Die Kinder sollten den Garten auch ohne einen Pachtvertrag – kostenlos – nutzen können. Ende Januar habe sie der Kita-Rat gebeten, sich dafür einzusetzen, berichtete Voßloh. „Aber ich wollte nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen“, so die CDU-Vorsitzende weiter. „Ich wollte erst einmal klären, wie es mit der Sicherheit der Kinder aussieht und wie die Rechtslage ist.“

Eine entsprechende Prüfung erbat sie bei Jugendamtsleiterin Sybille Dworschak, die das Anliegen an Stadt-Juristin Regina Wildenburg weitergab. Das Ergebnis: negativ. „Die charmante Idee, das Gelände ‘einfach so’ zu nutzen, bis der Eigentümer eine andere Verwendung dafür hat, ist leider so unkompliziert (...) nicht zu machen“, teilt Sybille Dworschak dem Kita-Gremium Ende Februar in einer E-Mail mit, die der Redaktion vorliegt. Denn: Würden die Mädchen und Jungen der Kita Gernegroß ohne einen Pachtvertrag auf dem Kirchengrundstück spielen, wäre die Kirche als Eigentümerin für ihre Sicherheit verantwortlich. Dieses Risiko wolle die Kirche sicherlich nicht eingehen, glaubt Wildenburg.

Würde die Stadt das Grundstück pachten, müsste sie selbst diese Risiken übernehmen. Das zöge Kosten nach sich, weil die Stadt dann alle Auflagen für Kita-Außengelände erfüllen müsste.

„Kita schon sehr attraktiv“

„Dafür haben wir kein Geld“, fasst Dirk Middendorf die Position der CDU zusammen. Schon Ende des vergangenen Jahres hatten die Christdemokraten gemeinsam mit der WBG gegen den Garten gestimmt. „Die Verwaltung hatte damals ja selbst vorgeschlagen, darauf zu verzichten“, blickt der Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann zurück. Die CDU habe sich „der Meinung des Bürgermeisters angeschlossen.“

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Dass sich ausgerechnet die SPD gemeinsam mit der FDP dann doch für den Garten einsetzte, verstehe er nicht. Auch darüber, dass Bürgermeister Siegfried Griebsch sich in der entscheidenden Ratssitzung enthalten habe, habe er sich gewundert. „Man könne seine Meinung ja kurzfristig ändern“ – mit diesem Kommentar habe Griebsch seine Enthaltung damals begründet, sagt Ohrmann. Für die CDU sei das Thema nach Regina Wildenburgs Mitteilung abgehakt gewesen. Schließlich habe auch das Landesjugendamt offiziell bestätigt, dass eine weitere Außenfläche für den Kindergarten Gernegroß nur eine Kür, aber keine Pflicht sei. „Die Kita ist bereits sehr attraktiv ausgestattet“, findet Ohrmann.

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