Kita „Gernegroß“ mit fünf Wochen Verzug

WERDOHL - Die im Bau befindliche städtische Kindertagesstätte „Gernegroß“ wird erst fünf Wochen später als geplant ihren Betrieb aufnehmen können. Bürgermeister Griebsch sagte Montagabend im Rat, man sei von dieser Verzögerung völlig überrascht worden.

Noch vor dem Wochenende war für Montagabend zu Informationsveranstaltungen für betroffene Eltern eingeladen worden. Die Verwaltung will jetzt Eltern, die ihre Kinder vertraglich für eine Betreuung angemeldet haben, Notlösungen anbieten. Ursprünglich sollte der Umbau der ehemaligen Roten Schule am 12. August abgeschlossen sein. Jetzt ist ein Eröffnungstermin am 16. September angepeilt.

Die Ratsmitglieder waren mit Post von Freitag über die Verzögerung unterrichtet worden, gleichzeitig ging auch ein Schreiben an die Eltern heraus. Politiker fragten gestern im Rat nach, was denn die Gründe für die Verzögerung seien. Da kein Verwaltungsmitarbeiter aus dem Baubereich anwesend war, wusste Griebsch nur von zu spät lieferbaren Sonnenschutzrollos zu berichten. Deretwegen könne das Gerüst nicht rechtzeitig abgebaut werden was zur Folge hätte, dass mit den Außenarbeiten erst verzögert begonnen werden könne.

Zuvor hatte der Rat (mit einer Gegenstimme von WBG-Ratsherr Kreikebaum) eine Dringlichkeitsentscheidung bestätigt, die die Bereitstellung von 85 000 Euro zusätzlicher Mittel für den Innenausbau enthielt. Auch hier gab es gestern keine näheren Informationen.

CDU-Sprecher Ohrmann wie auch WBG-Fraktionsvorsitzender Mertens sprachen ihren Verdacht aus, dass der Bürgermeister schon vor knapp zwei Wochen gewusst haben müsse, dass der Eröffnungstermin nicht zu halten war. Im nicht öffentlichen Teil im Hauptausschuss war wohl schon über die zusätzlichen 85 000 Euro gesprochen worden. Mertens: „Dann wäre die Entscheidung möglicherweise anders ausgefallen.“ Ohrmann sprach von einem „Geschmäckle“: „Wir gehen davon aus, dass es Ihnen schon vorher bekannt war.“ Willibald Mertens sprach von einem „faden Beigeschmack“.

Bürgermeister Griebsch stritt ab, schon vor zwei Wochen von der Verzögerung gewusst zu haben. Der stellvertretende Fachbereichsleiter Bodo Schmidt bestätigte das: „Auch wenn das hier angezweifelt wird, hat es uns sehr überrascht.“ Er versprach, dass es auf jeden Fall Notlösungen zur Überbrückung der fünf Wochen geben werde. Man habe hausintern Lösungen erarbeitet. Stefan Ohrmann blieb dabei: „Das Bauamt kann nicht überrascht gewesen sein.“

Von der SPD gab es zu diesem Thema keine einzige Wortmeldung.#

Von Volker Heyn

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