Kioskbetreiber freigesprochen

Werdohl - Das Schicksal von zwei Zigarettenautomaten, die im Frühjahr 2013 aus einem Kiosk an der Bahnhofstraße verschwanden, bleibt ungeklärt. Der 24-jährige Betreiber des Kiosks wurde jetzt vom Amtsgericht Altena vom Vorwurf der Unterschlagung freigesprochen.

Ende Mai 2013 hatte der Angeklagte den Geschäftsbetrieb einstellen müssen. Grund waren Streitigkeiten mit dem Vermieter, der ihm den Strom abgestellt hatte, und einige grundsätzliche Probleme bei der Vertragsgestaltung. So sei es ihm nicht erlaubt worden, selber Tabakwaren und Zeitschriften zu verkaufen, trug der ehemalige Kioskbetreiber vor. Die Einschränkung „keine Brötchen, kaum Getränke“ kam hinzu. Selbst der Vermieter, der behauptete, den 24-Jährigen vor Vertragsabschluss umfassend darüber aufgeklärt zu haben, wunderte sich über dessen Engagement: „Ich habe ihm das gesagt.“

Nur ein Jahr hielt der Pächter durch – dann strich er die Segel, nachdem der fehlende Strom Eis im Wert von 900 Euro hatte schmelzen lassen. „Ich habe den Kiosk gar nicht mehr betreten“, trug der 24-Jährige vor. Er habe die Zigarettenautomaten im Wert zwischen 5000 und 7000 Euro – je nach Füllstand – nicht an sich genommen. So richtete sich die Aufmerksamkeit auf andere Wege, auf denen die Geräte den Kiosk verlassen haben könnten: Sein Vater habe einen Schlüssel des Verkaufsraums einem Mitarbeiter des Lieferanten Tobaccoland ausgehändigt, damit dieser zum Befüllen jederzeit an die Automaten könne, trug der Angeklagte vor.

Dieser Mitarbeiter hatte aber nicht ausfindig gemacht werden können. Das Unternehmen habe nach der Schließung eine Spedition mit dem Abtransport der Automaten beauftragt. „Das hat aber nie geklappt.“ Die Begründung: Das Unternehmen habe vereinbarte Abholzeiten nicht eingehalten. „Der Fahrer kam nicht rein“, bestätigte ein Zeuge, „deshalb bin ich von mir aus nach Werdohl gefahren.“ Aber auch diese Dienstreisen blieben ohne Erfolg. Ein zweiter Zeuge aus dem Unternehmen kannte nicht den vom Angeklagten genannten Ansprechpartner. Der zuständige Mitarbeiter (anderen Namens) habe aber keinen Schlüssel für den Kiosk gehabt.

So verlief die Sache im Sande. Die Behauptung des Angeklagten, dass ein Schlüssel an einen nicht auffindbaren Tobaccoland-Mitarbeiter weitergegeben worden sei, sei nicht zu widerlegen, befand der Richter. Der Freispruch war die logische Konsequenz. „Die Automaten sind weg, und wir wissen nicht, wer sie hat“, stellte Richter Dirk Reckschmidt lapidar fest.

Von Thomas Krumm

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