Kindertheater vor nur wenigen Zuschauern

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Menschen und Untote fährt gleichermaßen der Schreck in die Glieder beim turbulenten Versteckspiel (v. l.): Anton (Peter Hochpöchler), Rüdiger (Janine Seiler) und Antons Vater (Florian Wilke).

WERDOHL ▪ Einen vergnüglich-gruseligen Nachmittag bot das „Theater auf Tour“ am gestrigen Nachmittag im Festsaal Riesei mit seiner Inszenierung von „Der kleine Vampir“. Allerdings kamen nur knapp 80 Zuschauer.

Am Samstagnachmittag war Sängerin Whitney Houston verstorben. Die Darmstädter Theatergruppe unterlegte prompt die Liebesgeschichte des Kinderstücks mit einer Cover-Version des Houston-Hits „I Will Always Love you“ – ein morbider Einfall, mag mancher Erwachsene im Saal gedacht haben.

Für die Mädchen und Jungen waren die Liebesszenen zwischen der Vampirfrau Anna von Schlotterstein (liebestoll gespielt von Sarah Dombrowski) und dem Menschen Anton Bohnsack (verlegen dargeboten durch Peter Hochpöchler) aus anderen Gründen schaurig: Jedesmal, wenn die zwei Schauspieler sich küssten, ging ein lang gezogenes „Iiiieh“ durch den Saal.

Der Jugendliche Anton ist Fan von Vampir-Literatur. Poster von „Dracula“ und dem „Tanz der Vampire“ zieren die Wände seine Zimmers. Eines Tages lernt er Rüdiger von Schlottertein (im Kostüm steckte mit Janine Seiler eine Frau) kennen – einen leibhaftigen Vampir.

Fortan hat Anton alle Hände voll zu tun, um den Untoten vor seiner Mutter Helga (mit mütterlicher Sorge: Anne Harten) und seinem Vater Anton Robert (aufgedreht, wie ein Mann, der seinen zweiten Frühling erlebt: Florian Wilke) zu verbergen.

Die 90-minütige Inszenierung war rasant, modern („Das habe ich auf Ebay ersteigert.“) und mitreißend. Die mit Drehelementen ausgestattete Bühne erlaubte schnelle Umbauten. Das zahlenmäßig kleine Publikum spendete immer wieder großen Applaus.

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