Jubiläum in der Kita Budenzauber

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Lebendige Vergangenheit: Im Treppenhaus der Kindertageseinrichtung sind Zeitungsartikel ausgestellt, die im Laufe der Jahre veröffentlicht wurden. Kita-Leiterin Karina Wionsek war von Anfang an dabei.

Werdohl - Die Kindertagesstätte Budenzauber besteht seit 25 Jahren.

Eine familiäre Atmosphäre und ein Raumkonzept, das zum Wohlfühlen beiträgt – das sind Faktoren, die für Karina Wionsek und ihre Mitstreiterinnen von großer Bedeutung sind. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Kindertagesstätte Budenzauber hat sich das Team die Frage gestellt: „Was ist das Besondere an unserem Kindergarten?“

Schon als die Kindertagesstätte am 3. Januar 1994 öffnete, setzte die damalige Leiterin Silke Wiederspahn-Hopmann auf die so genannte Reggio-Pädagogik. Als Grundpfeiler dieses in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia entwickelten Konzeptes werden folgende Schwerpunkte genannt: Individuelle Entfaltung, Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung, Wertschätzung, Lernen in Projekten, Dokumentation der pädagogischen Arbeit, Elternbeteiligung und deren Mitverantwortung. „Diese Begriffe spielen auch heute noch eine bedeutende Rolle in unserer Einrichtung“, stellt Karina Wionsek fest. 

Sie war eine der Budenzauber-Erzieherinnen der 1. Stunde und hat die Leitung am 1. August 1997 von Wiederspahn-Hopmann übernommen. Ein Langzeit-Projekt hat sie gleich in ihrem ersten Jahr als Kita-Leiterin ins Leben gerufen: Die Waldgruppe, die bis heute besteht, und die viele Eltern besonders schätzen. Regelmäßig, auch bei Schnee und Regen, macht sich die Gruppe auf den Weg in den benachbarten Wald. „Die Kinder erleben den Wechsel der Jahreszeiten intensiv mit. Wir können ihnen Naturverbundenheit vermitteln und die Bewegung an der frischen Luft tut ihnen gut“, sagt Karina Wionsek. 

Das trifft auch auf das zweite Langzeitprojekt zu, in dessen Mittelpunkt die Kartoffel steht. Seit 1998 kooperiert die Kita mit dem Hof Crone, gemeinsam mit Landwirt Christian Crone setzen die Kinder dort auf einem der Felder Kartoffeln, stoppeln die Knollen im Herbst und feiern schließlich ihr traditionelles Kartoffelfest. „Daraus hat sich im Laufe der Zeit noch mehr entwickelt“, erklärt die Kita-Leiterin mit Blick auf das Apfelfest auf dem Hof Crone. Daran beteiligt sich das Budenzauber-Team seit dem Jahr 2000.

Dazu kommen viele weitere Projekte, die für Abwechslung und neue Lernschwerpunkte sorgen. Ein Beispiel ist das Budenzauber-Bilderbuch „Die Gartenhexe Siebenschuh“. Autorin Renate Hartwig schrieb die Kurzgeschichte, Mädchen und Jungen aus der Kita lieferten die passenden Bilder dazu. Im Jahr 2010 konnte sich die städtische Einrichtung als Familienzentrum zertifizieren lassen, 2011 zum „Haus der kleinen Forscher“. 

Seit 2013 fahren die Erzieherinnen mit den Vorschulkindern regelmäßig zur Wassergewöhnung ins Hallenbad. Im Jahr 2016 widmete das Budenzauber-Team dem Thema Ernährung besonders viel Zeit – und ist seitdem eine zertifizierte Power-Kita. Im vergangenen Jahr entstanden im Garten gleich mehrere Wildblumenecken. Dieses Engagement wurde mit dem NRW-Preis „Schmetterlingsfreundlicher Garten“ belohnt.

 Ein großer Traum des Teams und der Kinder ging ein Jahr zuvor in Erfülllung: Im Garten wurde die beliebte Dreirad-Bahn gebaut, die bei Jungs und Mädchen gleichermaßen beliebt ist. Insgesamt besuchen 65 Kinder die städtische Kita auf dem Rodt: Es gibt zwei U-3-Gruppen mit Kindern im Alter ab zwei Jahren. Die dritten Gruppe besteht aus 25 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. „Wir legen Wert auf eine feste Gruppenzugehörigkeit. Bedingt durch das offene Konzept können die Kinder allerdings alle besonderen Spiel- und Lernräume im Haus nutzen“, sagt Karina Wionsek. 

Rückblickend stellt sie fest, wie sehr sich der Arbeitsalltag verändert habe: „Die Kinder sind nicht nur jünger, wenn sie zu uns kommen, sie werden in der Regel auch deutlich länger betreut als vor 25 Jahren. Wir orientieren uns eben an den sich verändernden Bedürfnissen der Familien – und das ist auch gut so.“

Folglich seien allerdings auch viele neue Aufgaben für die Erzieherinnen dazu gekommen. „Die Belastung ist hoch. Deshalb ist es umso wichtiger, dass auch die Mitarbeiter zufrieden sind.“ Regelmäßige Inhouse-Schulungen und Supervisionen leisten aus Sicht der Kita-Leiterin dazu einen wichtigen Beitrag. Auch ihrem Arbeitgeber, der Stadt Werdohl, spricht sie in diesem Zusammenhang ein großes Dankeschön aus: „Wir bekommen alle Unterstützung, die wir uns wünschen können.“ Das gelte auch für die Eltern: „Wenn wir sie brauchen, sind sie da. Das ist nicht selbstverständlich und dafür bedanken wir uns

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