Neue Kita für die Allerkleinsten

Die Erzieherinnen der neuen Kita standen den Eltern Rede und Antwort und stellten das Konzept vor.

WERDOHL ▪ Der Gesetzgeber schreibt es vor - die Stadt Werdohl schafft mit der Einrichtung der städtischen Kindertagesstätte „Gernegroß“ eine weitere Voraussetzung, ab dem 1. August 2013 Betreuungsplätze für Eltern von U3-Kindern zur Verfügung zu stellen. Während in anderen Kitas in der Stadt, teilweise bereits jetzt schon, sogenannte Mischgruppen existieren, in denen U3-Kinder gemeinsam mit Älteren ihren Tag verbringen, soll das in der Kita „Gernegroß“ anders werden, wie Bodo Schmidt, Leiter der Abteilung Soziales und Wohnen, eingangs einer Elterninformationsveranstaltung in der Stadtbücherei herausstellte.

In den Räumen der ehemaligen evangelischen Grundschule Stadtmitte entstehen vier Gruppen für 65 Kinder; zwei Gruppen zu je zehn Kindern sollen ausschließlich für U3-Kinder eingerichtet werden. Um die ehemalige „Rote Schule“ den Bedürfnissen aller kleinen Besucher anzupassen, fließen etwa 1,5 Millionen Euro in den Umbau des Hauses. Weitere 150 000 Euro sind für das Inventar veranschlagt. „Der Spielbereich auf dem Schulhof wird als Spielfläche umgestaltet“, informierte Schmidt die etwa 40 anwesenden Eltern. Eine angrenzende Grünfläche soll der neuen Kita als Nutzgarten dienen, in dem selber gepflanzt, gepflegt und geerntet werden kann.

„Gernegroß“ werde im Inneren geprägt sein von hohen, hellen Räumen, wie Peter Erwig von der Abteilung Bauen und Planung den Interessierten anhand von Grundrissen erklärte. Auf zwei Etagen werde eine Gesamtfläche von mehr als 1100 Quadratmetern geschaffen, die fast doppelt so groß sei wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben, verdeutlichte er. Ein barrierefreier Zugang erlaubt es gehbehinderten Menschen, „Gernegroß“ zu besuchen. Das pädagogische Konzept wird in Gruppen-, Spiel-, Entspannungs-, Schlaf- und Pflegeräumen sowie im Therapie- und Werkzimmer aber auch im Künstleratelier, Kinderrestaurant und Elterncafé umgesetzt. „Die Gestaltung der Räume wird so vorgenommen, dass sie der Bedeutung als sogenannter ‚dritter Erzieher‘ gerecht werden“, erklärte Silke Wiederspahn-Hopmann, die künftige Leiterin der Kita. Farb- und Lichtgebung, die Materialien und die von Fachkräften ausgehenden Impulse seien so beschaffen, dass Kinder jeden Alters ihrem Forschungsdrang nachgehen können. Auch die Spielgalerien und -podeste sollen dazu anregen, mit allen Sinnen zu lernen. Bewegung wird ein wichtiger Baustein werden, aber auch Rollenspiel, Literatur und Medien, Musik und Tanz, Bauen und Konstruieren. „Während im Ü3-Bereich offen gearbeitet wird und den Kindern dort alle Räume zur Verfügung stehen, verbleiben die U3-Kinder in jeweils einem Raum“, erklärte Silke Wiederspahn-Hopmann. Hier stünde nicht nur soziale und emotionale, sondern auch die räumliche Bindung im Vordergrund.

Ganz wichtig: „Wir wollen transparent arbeiten und die Eltern mit einbeziehen.“ Gerade die Erzieherinnen der U-3-Betreuung hoffen in der Anfangsphase auf die Unterstützung der Eltern. „Helfen Sie uns, ihr Kind schneller und besser kennen zu lernen. Das geht nicht in ein paar Stunden oder an einem Tag“, stellte Birgit Nörthemann, eine der vier künftigen Gruppenleiterinnen im anschließenden offenen Gespräch mit den Eltern klar. Um den Wünschen weiter entgegen zu kommen, sind flexible Betreuungszeiten geplant. Momentan zeigt sich, dass hauptsächlich zwischen 7 und 14 Uhr eine Betreuung erwünscht wird. „Bei akzeptablem Interesse können wir diese Zeiten aber ausweiten“, betonte Silke Wiederspahn-Hopmann. - Susanne Riedl

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