Kindertagespflege: Stadt will die Awo

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Die Stadtverwaltung möchte im Rahmen des U3-Ausbaus mit der Awo einen Vertrag abschließen, um 20 Plätze in der Tagespflege einzurichten und zu betreuen.

Werdohl -  Das Jugendamt der Stadt möchte koordinierende Aufgaben aus der Kindertagespflege an die Arbeitwohlfahrt abgeben, weil die Verwaltung diese Aufgaben aus personellen Gründen nicht im nötigen Umfang erledigen könne. Die Awo erledigt diese Aufgaben bereits für einige Kommunen in der Nachbarschaft.

Konkret geht es darum, die Awo mit der Bereitstellung und fachlichen Betreuung von 20 Betreuungsplätzen zur Förderung von Kindern in der Tagespflege zu beauftragen. Eine Vertreterin der Awo hatte im Februar diese Idee dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt. Der Ausschuss reagierte damals zögerlich. Die Entscheidung wurde daraufhin auf die Zeit nach der Kommunalwahl vertagt, weil es auch um die Bereitstellung von Mitteln im Haushalt für 2015 geht.

Der Kostenrahmen zum Ausbau und Erhalt von 20 Tagespflegeplätzen durch die Awo beträgt 22 800 Euro jährlich. Der Betrag errechnet sich aus 95 Euro pro Platz und Monat. Darüberhinaus soll im Rathaus ein Büro für Sprechzeiten zur Verfügung gestellt werden. Die Finanzierung der Tagespflegepersonen werde – wie bisher auch – durch die Stadt Werdohl sichergestellt. Der Vertrag soll mit der Awo zum Januar kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Die Verwaltung schreibt, dass diese Leistung im angemessenen und geforderten Umfang nur durch eine Aufstockung des eigenen Personals möglich sei. Eine Intensivierung der eigenen Bemühungen in der Kindertagespflege ginge aber zu Lasten der Bezirkssozialarbeit.

Die Kindertagespflege umfasse nur einen geringen Stellenanteil innerhalb des Bezirkssozialdienstes und des Pflegekinderdienstes. Dieser Anteil – so merkt das Jugendamt an – sei auch bei der Aufwertung der Kindertagespflege durch das Kinderbildungsgesetz nicht angepasst worden.

Bei den inzwischen gesenkten Aufwendungen im Bereich der Hilfen zur Erziehung sei eine Verlagerung der Schwerpunkte im Bezirkssozialdienst nicht zu empfehlen, damit die erreichten Erfolge nicht gefährdet würden.

Mit den schwankenden Geburtenjahrgängen schwanke auch der Betreuungsbedarf in Kindertageseinrichtungen und bei der Kindertagespflege. Der demografische Geburtenrückgang werde durch den anhaltend steigenden Bedarf an Plätzen für unter Dreijährige (U3) ausgeglichen. Eine Passgenauigkeit von Angebot und Nachfrage sei aber nicht vohraussagbar.

Der U3-Ausbau in Kindertageseinrichtungen in Werdohl sei mit dem aktuellen Stand baulich ausgereizt und die Umwandlung von vorhandenen Ü3-Plätzen in U3-Plätze würde zu einem Engpass an Plätzen für Ü3-Kinder führen.

Die Kindertagespflege stelle sich nach Verwaltungsmeinung als ein flexibles und kostengünstiges Betreuungsangebot dar. Auch den von politischer Seite (gemeint ist vor allem die CDU) immer wieder eingeforderten Betreuungsangeboten, die auch Randzeiten in ihr Angebot mit einbeziehen, könne durch die Tagespflege entsprochen werden.

Von Volker Heyn

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