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Kinderschutz: Vertrauen als wichtigste Grundlage

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Von: Carla Witt

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Mögliche Misshandlungen und Vernachlässigungen von Kindern sollen Fachkräfte bei ihrer Arbeit mit dem Nachwuchs erkennen. Auch um dieses wichtige Thema ging es beim Netzwerktreffen der Frühen Hilfen.
Mögliche Misshandlungen und Vernachlässigungen von Kindern sollen Fachkräfte bei ihrer Arbeit mit dem Nachwuchs erkennen. Auch um dieses wichtige Thema ging es beim Netzwerktreffen der Frühen Hilfen. © Patrick Pleul

Mögliche Misshandlungen und Vernachlässigungen von Kindern sollen Fachkräfte bei ihrer Arbeit mit dem Nachwuchs erkennen. Die Grundlage dafür ist eine Vertrauensbasis.

„Wenn Mütter oder Väter in eine Überforderungsstruktur geraten, ist es wichtig, dass die beteiligten Fachkräfte für Gespräche auf eine Vertrauensbeziehung zurückgreifen können“, erläuterte Ansgar Röhrbein, Leiter des Märkischen Kinderschutzzentrums in Lüdenscheid, den Teilnehmern des Netzwerktreffens der Frühen Hilfen. Dazu hatte Iris Rohe, Netzwerkkoordinatorin der Frühen Hilfen der Stadt Werdohl, ursprünglich in den Festsaal Riesei eingeladen. Coronabedingt entschied man sich dann aber dazu, die Veranstaltung online durchzuführen.

„Um möglicherweise sorgenvolle Gedanken ansprechen zu können, ist eine Vertrauensbasis unerlässlich“, stellte Ansgar Röhrbein fest. Der Gesetzgeber erwarte von Fachkräften, die mit Kindern arbeiten, dass sie Hinweise auf eine mögliche Vernachlässigung, Misshandlung, Entwürdigung oder Ausgrenzung eines Kindes ernst nehmen und das Gespräch mit den Eltern suchen würden.

Risikofaktoren müssen betrachtet werden

Dabei gehe es darum, sich gemeinsam ein Bild zu machen, was beim Zusammenleben mit dem Kind schon gut gelinge, und welche Faktoren dazu beitragen könnten, das Kind zu schützen. Andererseits müssten aber auch die Risikofaktoren betrachtet werden: „Was belastet das Kind? Wo mache ich mir eventuell Sorgen?“ Beide Seiten der Medaille müssten betrachtet werden, erklärte der Diplom-Pädagoge. „Dann muss man sehen, was unterm Strich dabei herauskommt.“ Es gelte zu überlegen, wie man die Eltern unterstützen oder auch dazu bewegen könne, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Zu dem Online-Netzwerktreffen waren Vertreter unterschiedlicher Institutionen und Einrichtungen eingeladen. Auf der Liste standen beispielsweise das Jugendamt, Kinderärzte, Familienzentren, Beratungsstellen (unter anderem Erziehungsberatung, Frühförderstelle der Lebenshilfe, Migrationsberatung der Awo), aber auch die Flüchtlingshilfe, physiotherapeutische, logopädische und ergotherapeutische Praxen und viele weitere. „Alle haben gemeinsam, das sie mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr zu tun haben“, beschreibt Iris Rohe.

Rückmeldungen der Teilnehmer sehr positiv

Die Teilnehmer stellten sich und ihre Angebote jeweils kurz vor. Um noch effizienter Frühe Hilfen anbieten zu können, hatte die Netzwerkkoordinatorin einen Evaluationsbogen für alle Beteiligten vorbereitet. „Die bisherigen Rückmeldungen der Teilnehmer waren sehr positiv“, freut sich Iris Rohe.

Sie unterstrich, dass eine gute Vernetzung vieler Einrichtungen und Institutionen mit Blick auf die Frühen Hilfen von großer Bedeutung sei. Wer sich diesem Netzwerk bereits angeschlossen hat und welche Angebote es gibt, steht im Internetportal „Guter Start NRW“ (https://www.fruehehilfen-online.nrw.de/werdohl.suche).

Nächstes Treffen soll wieder in Präsenzform stattfinden

Das nächste Netzwerktreffen der Frühen Hilfen ist für Mittwoch, 4. Mai 2022, geplant. Iris Rohe hofft, dass zu diesem Zeitpunkt eine Präsenzveranstaltung wieder möglich ist. Technische Probleme hätten das Online-Treffen erschwert. Um sofort reagieren zu können habe ohnehin ein IT-Fachmann der Stadt Werdohl teilgenommen. Noch wichtiger sei aber die Tatsache, dass Präsenzveranstaltungen besser besucht seien. „Das Interesse ist einfach größer“, stellt Koordinatorin Iris Rohe fest.

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