Kindergarten: Umbau statt Neubau

Die „Rote Schule“: Aus der alten evangelischen Grundschule könnte ein Kindergarten werden.

WERDOHL ▪ Um den Bedarf an Kindergartenplätzen zu decken, will die Stadt die ehemalige „Rote Schule“ zu einem neuen Kindergarten umbauen. Obwohl die Verwaltung keinen Beschlussvorschlag für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 21. Juni vorgibt, wird die neu entstandene Alternative Umbau Grundschulgebäude „als die aus finanzieller Sicht geeignetste Lösung, die auch dem unbedingten Erfordernis der stadtzentralen Lage gerecht wird“ bezeichnet. Noch deutlichere Worte findet der stellvertretende Jugend-Fachbereichsleiter Bodo Schmidt im SV-Gespräch. „Wir sind begeistert über die Möglichkeit, die sich anbietet.“

Im Gegensatz zu der vorherigen Beschlussvorlage wird die zuvor von der Verwaltung bevorzugte Alternative Kindergarten-Neubau als zu kostenintensiv nahezu verworfen. „Das erforderliche Finanzvolumen für den Neubau einer drei- oder viergruppigen Einrichtung schränkt den ohnehin kaum vorhandenen investiven Gestaltungsspielraum der (‚Nothaushaltskommune’) Stadt Werdohl zusätzlich ein.“ Ein Neubau würde nach den ersten Schätzungen mit 1,5 bis 2 Millionen Euro nicht nur deutlich teurer. Der Umbau des alten Schulgebäudes in Höhe von grob kalkulierten 800 000 Euro könnte zudem aus den laufenden Unterhaltungskosten von der Stadt bestritten werden. Schmidt: „Der Kämmerer hat ganz andere finanzielle Möglichkeiten.“

Die Alternative des Umbaus der alten „Roten Schule“ habe sich erst durch die verworfenen Pläne eines Sozialzentrums an gleicher Stelle ergeben. „Das Diakonische Zentrum wollten wir nicht von uns aus unter Druck setzten.“ Nun stehe nicht mehr die Entscheidung an, ob Sozialzentrum oder Kindergarten an die Schulstraße soll.

Mit Blick auf einen möglicherweise weiter wachsenden Bedarf an Kindergartenplätzen für Unter- und Über-Dreijährige gebe es in dem alten Schulgebäude auch Platz für eine spätere Erweiterung. Es sei für fünf Gruppen plus Nebenräume geeignet. Erst einmal sind aber drei bis vier neue Gruppen geplant, wobei auch Angebote für Einjährige dann erstmals bereit gestellt werden sollen.

Aufgeben will die Verwaltung hingegen die eingruppige „Funkenburg“. Hier würden kostenintensive Umbau- und Renovierungsarbeiten ebenso wie erhebliche Aufwendungen für die Wiederherstellung des Außenspielbereichs vermieden. Und: Mit dem Verkauf des Gebäudes könnte Geld in die leere Kasse kommen.

In der ausführlichen Darstellung zum Kindergartenbedarf fasst Schmidt genau diesen wie folgt zusammen: Um den Fehlbedarf der Stadtteile Königsburg (mit Kettling) und Ütterlingsen, sowie die Aufgabe der Einrichtung „Funkenburg“ auffangen zu können, müssen 20 Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige und 43 Betreuungsplätze für über dreijährige Kinder dort neu geschaffen werden.

Der stellvertretende Jugend-Fachbereichsleiter kann zwar nicht das politische Votum und einige etwaige Zustimmung voraussagen. Doch: „Vom Grundsatz kann ich mir wenig vorstellen, was dagegen spricht.“ ▪ Marco Fraune

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