Kinder müssen geschützt werden

WERDOHL – Der brisante Teil des Abends kam erst zum Schluss unter dem Punkt Verschiedenes zur Sprache. Während der Jahreshauptversammlung des Stadtelternrates am Freitagabend sprach Vorsitzender Uwe Nodes die Probleme der gemeinsamen Toiletten-Nutzung von Schülern der katholischen Grundschule St. Michael und Kursbesuchern der VHS Lennetal an. Von Rainer Kanbach

Schulkinder, so berichtete der Vorsitzende aus der Vorgeschichte, hatten sich nicht mehr getraut, die Schultoilette zu benutzen, „weil dort Erwachsene vor der Tür standen“. Deshalb habe der Stadtelternrat Handlungsbedarf gesehen und vermeintlich eine Lösung gefunden. Zwar war man zunächst davon ausgegangen, dass nach einer entsprechenden Regelung das Thema wohl vom Tisch war, doch das ist offenbar nicht der Fall. Einige Eltern waren zwischenzeitlich aktiv geworden.

Elternratsmitglied Dr. Kremer verlas am Freitag auszugsweise den Brief des Rechtsanwaltes Klose, aus dem deutlich wurde, dass der alte und kritisierte Zustand Bestand habe. Die VHS-Schüler, so hieß es, „halten sich nicht daran“. Der Rechtsanwalt habe zu verstehen gegeben, dass im Hinblick auf die Wahrnehmung der Aufsichtspflicht eine Doppelnutzung der Schüler-Toiletten rechtlich unzulässig sei. Dr. Kremer ließ nach Erhalt dieses Briefes keinen Zweifel daran, dass eine dauerhafte Lösung des Problems keinen Aufschub dulde, „das muss ernst genommen werden“, so sein Plädoyer. Es gelte, die Kinder zu schützen.

Gerade im Hinblick auf die Flut immer neuer, bekannt werdender Missbrauchsfälle kündigte auch Stadtelternratsvorsitzender Uwe Nodes an, dass die Thematik noch einmal aufgegriffen werde. Es müsse für die Zukunft gewährleistet sein, dass die VHS-Schüler ihre eigene, zugewiesene Toilette nutzen – auch wenn sie etwas umständlich erreichbar sei. Nodes: „Hier geht es nicht um Vorurteile gegenüber der Volkshochschule. Aber es darf nicht sein, dass hier auch etwas passiert.“ Es müsse deshalb im Sinne einer Vorbeugung gehandelt werden.

Zuvor war Uwe Nodes in seinem Jahresbericht auf jene Maßnahmen und Projekte eingegangen, bei denen der Stadtelternrat 2009 – im zweiten Jahr seines Bestehens – vornehmlich in den Sommermonaten eingebunden oder selbst aktiv war. Besonders herausgehoben wurde dabei der Spielplatz in der Borbecke, der ein Beispiel dafür sei, „dass man mit Hartnäckigkeit zum Ziel kommen kann“. Etwa 20 Jahre habe man nach vielem Hin und Her auf die Verwirklichung warten müssen; nun sei er gebaut und „er ist gelungen“, so die Wertung des Vorsitzenden.

Ausführlich ging er auch auf die Aktion „Kinderzirkus“ auf der Königsburg ein. Über 30 kleine Artisten hatten eine Woche fleißig geübt, um am Ende einen „rundum gelungenen“ Abschluss zu präsentieren. Traurig zeigte sich Nodes allerdings, dass diese Aktion 2010 nicht wiederholt werden kann, denn das hier federführende „Sternschnuppentheater“ aus Dortmund ist restlos ausgebucht.

Aus Anlass des Weltkindertages hatte der Stadtelternrat gemeinsam mit dem Motorsportclub Werdohl ein Fahrradturnier organisiert. Die Teilnehmerzahl war mit 24 Kindern allerdings nicht berauschend. Dazu Nodes: „Es wird oft gemeckert, in Werdohl sei nicht viel los und würde nichts geboten – wenn aber jemand versucht, etwas auf die Beine zu stellen, geht keiner hin…“

Beim verkaufsoffenen Sonntag im Oktober habe man „gefühlte 10 000“ Waffeln verkauft. Man habe nicht so schnell backen wie verkaufen können – sei aber auch damit nicht reich geworden. Damit war das Stichwort für den Kassenbericht von Frank Arnrich gegeben. Er konnte auf ein gutes finanzielles Polster verweisen.

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