13 Kinder mehr im Heim: Diskussion ums Jugendamt

WERDOHL ▪ Das Jugendamt der Stadt musste seit März zusätzlich für 13 Kinder und Jugendliche die Unterbringungskosten in Heimen übernehmen. Diese 13 neuen Heimfälle werden den Haushalt mit rund 725 000 Euro mehr belasten als ursprünglich geplant. Die Gesamtkosten für die Heimunterbringung steigen damit auf 2,3 Millionen Euro.

Diese Entwicklung schilderte die Verwaltung Dienstagabend bei den Haushaltsplanberatungen im Jugendhilfeausschuss.

Die Zahlen bergen darüber hinaus Sprengstoff für die derzeit geführten Untersuchungen, ob eine Abgabe des Jugendamtes an den Märkischen Kreis sinnvoll ist oder nicht. Die Gemeindeprüfungsanstalt analysiert gerade das städtische Jugendamt, ein Bericht ist für November zu erwarten.

Jugendamtsleiterin Sybille Dworschak berichtete von einer „völlig atypischen“ Fallzahlenentwicklung. Eltern von sieben Heimkindern sind seit März nach Werdohl zugezogen, seitdem muss die Stadt für die Kinder aufkommen. Sechs Fälle seien vom Werdohler Jugendamt veranlasst worden. Unter den neuen Heimfällen sind allein drei Geschwisterpaare. Die Art und Weise der Kindeswohlgefährdung habe keine andere Wahl gelassen: Richterliche Anordnungen, psychiatrische Gutachten und Missbrauchsfälle zwängen zur Heimunterbringung. Die wird mit 5000 Euro pro Monat und Kind veranschlagt.

Für insgesamt 41 Kinder und Jugendliche zahlt die Stadt gerade die Kosten für die Unterbringung in stationären Einrichtungen. Zum Beispiel auch für einen 17-Jährigen, der schon seit Jahren im Heim lebt und dessen Eltern aus einem anderen Bundesland nach Werdohl gezogen sind.

Volker Heyn

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