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Magie statt Mathe: Werdohler Grundschüler lernen zaubern

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Konzentrierte Schüler: Aufmerksam beobachteten sie, wie Zauberer Rudolf Hoffmann seine Tricks vorführt.

Werdohl – Magie und Zauberkunst stehen derzeit auf dem Stundenplan in der Martin-Luther-Grundschule Werdohl. 180 Kinder lassen sich von Zauberer Casablanca verzaubern - und trainieren. Nur einen Trick verrät er nicht.

In dieser Woche gehen die rund 180 Mädchen und Jungen der evangelischen Martin-Luther-Grundschule in Ütterlingsen wahrscheinlich besonders gerne zur Schule. Auf dem Stundenplan steht nämlich Zaubern. Der Förderverein der Schule hat einen einwöchigen Zauber-Workshop finanziert und den Zauberer Casablanca verpflichtet. 

Der heißt mit richtigem Namen Rudolf Hofmann und hat Erfahrung damit, Kindern Zaubertricks beizubringen. „Das hier ist meine 240. Projektwoche seit 2009. Deutschlandweit haben mich sicherlich schon mehr als eine Million Kinder kennengelernt“, verweist er auf reichlich Erfahrung. Und er findet den richtigen Ton, um eine ansonsten quirlige Gruppe von 30 bis 40 Kindern zum konzentrierten Mitmachen zu bewegen. Mit sonorer Stimme bringt er seine Zauberlehrlinge zur Ruhe, die notwendig ist, um zu verstehen, wie ein Zaubertrick funktioniert. 

Zwei Zaubershows am Freitag

An dreieinhalb Tagen lernen die Kinder unterschiedliche Zaubertricks: Eier fallen in einen schwarzen Filzhut und kommen als Konfetti wieder heraus, in ein Seil wird ein Knoten geschlungen, ohne es loszulassen, Büroklammern verketten sich auf magische Weise miteinander. 

Diese Kunststücke, aber auch den Becher-Trick und den verwirrenden Trick mit dem Steuerrad und noch andere erstaunliche Fertigkeiten werden die Nachwuchszauberer am Freitag in insgesamt 18 Shows einem Publikum aus Eltern, Großeltern und Geschwistern vorführen. Je zwei Shows finden ab 15 und ab 16 Uhr in jedem der neun Klassenzimmer der Martin-Luther-Grundschule statt.

Schulaufgaben, die die Kinder gerne machen

Der Zauberer bringt den Kindern bei, sich zu disziplinieren. Britta Schwarze Schulleiterin Bis es so weit ist, müssen die Zauberlehrlinge aber noch fleißig üben, zunächst jahrgangsweise, später dann in altersgemischten Kleingruppen. Auch im Unterricht und sogar zuhause arbeiten sie in diesen Tagen daran, ihre Fertigkeiten im Umgang mit den verschiedenen Zauber-Utensilien zu verbessern. Doch das sind Schulaufgaben, die sie gerne machen. 

Schulleiterin Britta Schwarze ist begeistert von dem Angebot, es stärke die Selbstdisziplin der Grundschüler, sagt sie. „Der Zauberer bringt den Kindern bei, sich zu disziplinieren, um ein Ziel zu erreichen und so lange zu üben, bis ein Zaubertrick klappt“, beschreibt sie, worauf es bei dieser Projektwoche unter anderem ankommt. 

Motorik wird geschult

Außerdem werde die Motorik der Erst- bis Viertklässler geschult, wenn sie beispielsweise beim Hantieren mit dem Zauberseil ihre Fingerfertigkeit unter Beweis stellen müssten. Und nicht zuletzt bringe die Zauberei auch eine ganze Menge für das Lernen in der Schule im Besonderen und im Leben im Allgemeinen. Schwarze: „Die Kinder erfahren, dass nichts zu schwer ist, wenn man bereit ist, dafür zu üben.“ 

Die Schulleiterin berichtet auch von einem lernbehinderten Kind, das in der Zauberschule regelrecht aufblüht. Das zeige, „dass jedes Kind einen Zaubertrick erlernen kann, je nach individueller Fähigkeit“. 

Nur die Funktionsweise eines Tricks hat Zauberer Casablanca den Grundschülern in dieser Woche nicht verraten: Es ist das Kunststück mit dem lebenden Kaninchen im Zylinder. „Als ich den Trick vorgeführt habe, stand für die Kinder fest, dass ich wirklich ein Zauberer bin“, sagt Rudolf Hofmann, der sich damit einen Hauch Magie bewahrt.

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