1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Kinder, Jugend, Schule: In Werdohl alles in einer Hand

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Volker Heyn

Kommentare

Das städtische Team von Schulsozialarbeit und Jugendpflege (von links): Tobias Chylka, Anna-Katharina Reith, Jonathan Hancock-Screen, Gina Ziese und Lisa Thiele arbeiten teilweise schon seit vielen Jahren zusammen.
Das städtische Team von Schulsozialarbeit und Jugendpflege (von links): Tobias Chylka, Anna-Katharina Reith, Jonathan Hancock-Screen, Gina Ziese und Lisa Thiele arbeiten teilweise schon seit vielen Jahren zusammen. © Heyn, Volker

Ein personell und fachlich schon lange miteinander arbeitendes Team hat sich jetzt für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Werdohl ganz neu zusammengefunden.

Im näheren Umfeld einmalig sei diese Kooperation von städtischer Jugendpflege und Schulsozialarbeit, meint der ehemalige Stadtjugendpfleger und jetzige Schulsozialarbeiter der Gesamtschule, Tobias Chylka.

Am Anfang stand der Wunsch aller drei Werdohler Grundschulleitungen, dass der Schulsozialarbeit dringend wesentlich mehr Bedeutung beigemessen werden muss. Immer mehr Kinder aus Elternhäusern verschiedener sozialer Schichten, Kulturen und Lebensauffassungen trügen Probleme in die Schulen. In der Grundschule müssten die Lehrerinnen manchmal mehr Sozialarbeit leisten als das fachlicher Unterricht möglich ist.

Verwaltung schafft zweite Stelle

Bislang war für alle vier Werdohler Grundschulstandorte ein Sozialarbeiter zuständig. Als Stephan Velte auf eine Stelle außerhalb Werdohls wechselte, richtete die Verwaltung nach Vorgaben des eigenen Schulentwicklungsplanes eine zweite Stelle für Schulsozialarbeit ein. Seit Anfang des Jahres sind diese Stellen besetzt.

Aus dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) des Werdohler Jugendamtes heraus hatte sich intern Jonathan Hancock-Screen auf die Stelle des Schulsozialarbeiters beworben. Der 36-Jährige ist Sozialpädagoge von Beruf und seit Juli 2020 bei der Stadt Werdohl. Im Herbst 2021 wechselte er auf die Stelle der Sozialarbeit für die städtische Gemeinschaftsgrundschule mit den Standorten in Kleinhammer und Königsburg.

Gina Ziese tritt Stelle zum Jahreswechsel an

Seit dem 1. Januar ist Gina Ziese auf der Stelle Sozialarbeit für die evangelische Grundschule in Ütterlingsen und für die katholische Grundschule St. Michael in der Innenstadt. Die 24-Jährige war schon mit 14 in der städtischen Jugendpflege aktiv, mittlerweile ist sie ausgebildete Erzieherin und bald kann sie ihre Prüfung als Sozialarbeiterin ablegen.

Eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendpflege ist naheliegend. Tobias Chylka ist seit einigen Monaten Schulsozialarbeiter an der Albert-Einstein-Gesamtschule, vorher war er Stadtjugendpfleger. Nach seinem Wechsel zum Riesei wurde Anna-Katharina Reith städtische Jugendpflegerin. Zu diesem Team für Kinder, Jugendliche und Schule in Werdohl gehört auch Lisa Thiele, seit November vergangenen Jahres die Leiterin des Kinder- und Jugendtreffs Schrottkeller in Ütterlingsen.

Beziehungen zu den Kindern herstellen

Gina Ziese berichtet über ihre Arbeit, dass sie in den kommenden Wochen zunächst einmal Beziehungen zu den Kindern herstellen wird. Anders als bei Arbeit von Chylka an der AEG, wo die Jugendlichen mit ihren Anliegen von sich aus den Weg ins Büro von Chylka finden, müssen Hancock-Screen und Ziese ihre Klientel aufsuchen. Grundschulkinder sind auch in ihren Pausen eingebunden und können sich nicht so frei bewegen wie die älteren Schülerinnen und Schüler. Die beiden Kräfte der Schulsozialarbeit bieten deshalb Projekte zu Themen wie Freundschaft, Verantwortung und Regeln an. Dazu gibt es auch freizeitpädagogische Angebote. Beide entlasten Lehrerinnen und Lehrer bei der Bewältigung von Konflikten – vorbeugend wie auch ganz unmittelbar.

Hancock-Screen sieht seinen Wechsel vom Jugendamt an die Schule schon als eine Rollenveränderung an, das sei aber nicht allzu schwierig gewesen. Während er beim Jugendamt Eltern zu Maßnahmen mehr oder weniger verpflichten konnte, basiert die Arbeit mit den Eltern jetzt generell auf Freiwilligkeit. Ziese begreift das als einen Vorteil: Es sei leichter, auf die Eltern zuzugehen, sie zu unterstützen und sie bei der Erziehungsarbeit mit ihren Kindern zu begleiten.

In Werdohl wird ganzheitlich gearbeitet

Da in den Schulen dieselben Kinder und Jugendlichen sitzen, die auch die städtischen Einrichtungen der Jugendpflege besuchen, biete sich eine ganz konkrete Zusammenarbeit an. Chylka sprach dabei von einer „ganzheitlichen Arbeit für Kinder und Jugendliche in Werdohl“. Das erste gemeinsame Pilotprojekt ist eine Einführungswoche für alle neuen Fünftklässler der AEG. In der letzten Woche der Sommerferien können die an der AEG angemeldeten Jungen und Mädchen täglich von 9 bis 14 Uhr ihre neue Schule in Ruhe kennenlernen, ohne gleich am ersten Schultag von 750 älteren Mitschüler überschwemmt zu werden. Das Angebot ist kostenlos und freiwillig.

Der sechswöchige Sommerferienspaß der Stadt sei von diesem neuen und zusätzlichen Angebot unberührt. Das versicherte Stadtjugendpflegerin Anna-Katharina Reith.

Auch interessant

Kommentare