1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

„Kids for Future“: Der Mensch ist „das gefährlichste Raubtier auf der Erde“ 

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Die „Kids for future“ haben einen Besinnungspfad rund um die Albert-Einstein-Gesamtschule angelegt. Ihr ehemaliger Gruppenleiter Mounir Bouqayoua (rechts) studiert inzwischen in Siegen. Für ihn hatten die Jugendlichen ein Dankeschön vorbereitet. Auch die Pädagogen Katja Galatsch (3. von rechts) und Jan Demes (links) haben die Gruppe tatkräftig bei ihrem Projekt unterstützt.
Die „Kids for Future“ haben einen Besinnungspfad rund um die Albert-Einstein-Gesamtschule angelegt. Ihr ehemaliger Gruppenleiter Mounir Bouqayoua (rechts) studiert inzwischen in Siegen. Für ihn hatten die Jugendlichen ein Dankeschön vorbereitet. Auch die Pädagogen Katja Galatsch (3. von rechts) und Jan Demes (links) haben die Gruppe tatkräftig bei ihrem Projekt unterstützt. © Carla Witt

Auf diese Truppe kann Mounir Bouqayoua stolz sein: Der ehemalige Gesamtschüler, der inzwischen sein Abitur in der Tasche hat und in Siegen studiert, hat bis zum Sommer die Schul-AG „Kids for Future“ geleitet. Nach zweieinhalb Jahren ist jetzt ein Projekt fertiggestellt, an dem Bouqayoua maßgeblich mitgearbeitet hat: der Besinnungpfad.

Werdohl ‒ Im Mittelpunkt des Pfades rund um das Gebäude der Werdohler Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) steht die Natur, für die sich die Schülerinnen und Schüler viel mehr Aufmerksamkeit wünschen. Um anderen Menschen – nicht nur Jugendlichen – die Umwelt und deren Schutz näher zu bringen, haben sie einen mit zahlreichen Schildern markierten Pfad angelegt, der mehrere Themenbereiche beleuchtet: Am Dendrophon, das direkt neben dem Lehrerparkplatz zu finden ist, steht natürliche Akustik im Vordergrund. An anderen Stationen geht es darum, Natur zu fühlen – bei einem Gang auf dem Barfußpfad oder dem Griff in einen der Fühlkästen, die beispielsweise Moos in ihrem Inneren verbergen.

„Wir haben auch an die Wildtiere gedacht“, erzählen die „Kids for Future“ – und präsentieren die zahlreichen Nistkästen, die während des Projektes in den Bäumen rund um die Schule ihren Platz gefunden haben. Um die Beziehung des Menschen zur Natur und zum Klima geht es beim Umwelt-Quiz: Wer die dort formulierten Fragen ehrlich für sich beantwortet, erfährt, ob der eigene ökologische Fußabdruck verbessert werden sollte.

Darum musste der Pfad kürzer werden

Zum Nachdenken soll auch der Spiegelkasten anregen: Wer ihn öffnet, blickt sich selbst entgegen – und erhält somit die Antwort auf die Frage, die auf dem Deckel zu lesen ist: „Welches ist das gefährlichste Raubtier auf der Erde?“ Die Jugendlichen erklären: „Wir Menschen töten Tiere, vernichten Lebensräume und Ressourcen. Deshalb ist die Antwort auf diese Frage ganz klar.“

Zahlreiche Schilder – viele mit poetischen Sprüchen, andere mit Fakten zum Klimaschutz – sind entlang des Besinnungspfades zu finden. „Wir haben diese Schilder selbst erstellt und die Sprüche formuliert, die darauf zu lesen sind“, berichtet Mounir Bouqayoua. Dabei hätten verschiedene Jahrgänge auch außerhalb der AG geholfen.

Ursprünglich sollte der Pfad länger werden, erläutert Pädagogin Katja Galatsch, die an der AEG für den Bereich Nachhaltigkeit verantwortlich ist und die Schüler gemeinsam mit ihrem Kollegen Jan Demes bei der Umsetzung ihrer Idee unterstützt hat. „Der Weg sollte auch durch den benachbarten Wald führen“, so Galatsch. Doch da in diesem Falle die Eigentümer zahlreicher Grundstücke betroffen gewesen wären, gestalteten sich die entsprechenden Anfragen als langwierig und schwierig. Das sei durch die Corona-Pandemie und die Baumfällungen im Nachgang der Borkenkäferplage noch erschwert worden. „Deshalb haben wir uns schließlich anders entschieden“, erklärt die Pädagogin.

Nächstes Projekt schon in Planung

Mit dem Ergebnis können die „Kids for Future“ – momentan mischen etwa 15 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge fünf bis acht mit – aber dennoch sehr zufrieden sein. Finanziert wurde der Pfad mithilfe von Fördermitteln, die für Projekte im Bereich Nachhaltigkeit zur Verfügung stehen. Bei der praktischen Umsetzung hatten die Gesamtschüler tatkräftige Unterstützung durch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, die unter anderem für das Dendrophon-Fundament gesorgt haben. „Die Zusammenarbeit hat super geklappt“, bedankt sich Katja Galatsch.

Für ihren ehemaligen Gruppenleiter Mounir Bouqayoua hatten die Schüler – sie planen als nächstes Projekt bereits einen nachhaltigen Schulkiosk – ein kleines Dankeschön vorbereitet. Der Student versprach, seine Gruppe regelmäßig zu besuchen – und er gab den Dank gerne zurück: „Die vergangenen Jahre und die tolle Arbeit mit euch haben mich in meinem Berufswunsch bestärkt. Ihr seid wirklich tolle, engagierte Jugendliche. Auch deshalb möchte ich jetzt Lehrer werden.“

Auch interessant

Kommentare