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Keinen Investor gefunden: Firma im MK insolvent

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Von: Volker Heyn

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Die Aluminium-Gießerei Gebrüder Lohmann an der Tumpe in Dresel ist insolvent und wird zum 1. Februar abgewickelt. Laut Insolvenzverwalter Dr. Markus Wischemeyer fand sich kein Investor, der den Betrieb hätte fortführen wollen.
Die Aluminium-Gießerei Gebrüder Lohmann an der Tumpe in Dresel ist insolvent und wird zum 1. Februar abgewickelt. Laut Insolvenzverwalter Dr. Markus Wischemeyer fand sich kein Investor, der den Betrieb hätte fortführen wollen. © Heyn, Volker

Ende und Aus. Das war es mit der Aluminiumgießerei Gebrüder Lohmann in Dresel. Die Gießerei wurde 1946 durch Günter Lohmann in Kleinhammer gegründet, zum 2. Februar 2022 wurde das offizielle Insolvenzverfahren eingeleitet. 

Werdohl - Der jetzt offizielle bestellte Insolvenzverwalter Dr. Markus Wischemeyer aus Dortmund hat keinen Investor gefunden, der den Betrieb hätte weiterführen wollen.

Das Unternehmen gehörte zuletzt dem französischen Unternehmer Mathieu Paris, der wiederum Dritte aus anderen Firmen in seinem Besitz mit der Unternehmensführung betraut hatte. Der Dortmunder Insolvenz-Fachanwalt wird jetzt die noch vorhandenen Vermögenswerte verkaufen und den zuletzt etwa 30 Beschäftigten kündigen. Als Insolvenzverwalter hat er dazu ein Sonderkündigungsrecht. Masseunzulänglichkeit ist bereits festgestellt.

Bis Ende Januar waren die Löhne und Gehälter gesichert. Die Kündigung muss noch mit dem Betriebsrat abgestimmt werden, es muss über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan gesprochen werden und die Massenentlassung bei der Agentur für Arbeit angezeigt werden. Eine Wahl haben die Entlassenen nicht, die ehemaligen Mitarbeiter werden zunächst Arbeitslosengeld bekommen. Wenn sich nach dem Abwicklungsprozess ergibt, dass Mittel für Gläubiger übrig bleiben, werden zuerst Ansprüche der früheren Beschäftigten bedient.

Seit der vorläufigen Insolvenz Ende November (wir berichteten) wurden die noch ausstehenden Aufträge abgearbeitet, ganz zuletzt die Firma aufgeräumt.

Der Niedergang der Firma über die Jahre ist ein Trauerspiel. Das Münsteraner Ehepaar Hans und Stephanie Rhodenburg hatte das Unternehmen 2011 von den Gründerfamilien gekauft und leiteten es bis zum Weiterverkauf 2019. Hans Rhodenburg führte das Unternehmen zwar sehr patriarchal, zog aber immerhin nicht ständig Geld aus der Firma, wie es Mitarbeiter über ihren letzten Chef sagten.

Rhodenburgs hatten Gebrüder Lohmann nur für eine gewisse Übergangszeit in ihrer privaten Lebensplanung gekauft. Das Ehepaar war schon Ende der 2010er-Jahre auf der Suche nach einem Käufer. Der Aufkäufer wurde 2019 mit dem französischen Geschäftsmann Mathieu Paris aus Saint-Cyr sur le Rhone gefunden, der das Unternehmen innerhalb von zwei Jahren vollkommen herunterwirtschaftete.

Zu Rhodenburgs Zeiten waren bei Lohmann immerhin noch rund 100 Leute mit sehr guter Auftragslage, treuen Kunden und hohem technischen Standard beschäftigt, es wurde auch sehr viel ausgebildet.

Unter der französischen Leitung sank die Zahl der Beschäftigten auf die zuletzt übrig gebliebenen 30.

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