Keine Vorschrift für Katzen: Verwaltung sieht keine Probleme

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Auf der Mauer, auf der Lauer – auch liebe Stubentiger bleiben Raubtiere und machen Jagd auf Vögel.

WERDOHl - In einer schriftlichen Vorlage für die nächste Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am kommenden Dienstag um 17 Uhr im Werdohler Rathaus beantwortet Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel jetzt eine Anfrage der SPD-Fraktion.

Von Ute Heinze

In ihrem Antrag machen die Genossen darauf aufmerksam, dass sich in Pungelscheid zahlreiche Bürger über freilaufende Hunde und Katzen beschweren, die auf den Gehwegen und in den Vorgärten verstärkt Verunreinigungen hinterlassen. „Bei den Katzen geht es mittlerweile schon so weit, dass diese auf den Bäumen dort brütende Vögel angehen“, schreiben die Werdohler Sozialdemokraten in ihrem Antrag.

Mentzel verweist darauf, dass die Ordnungsbehörde lediglich tätig werden könne, wenn Bereiche betroffen seien, die dem öffentlichen Verkehrsraum zugehörig seien. Für Tierkot in privaten Gärten sei die Verwaltung nicht zuständig. Zudem weist die Ordnungsamtsleiterin darauf hin, dass Verunreinigungen durch Tierkot auf öffentlichen Flächen mit Verwarngeldern geahndet werden, wenn Tier und Halter den Mitarbeitern bekannt seien. Weiter heißt es: Dass Katzen auf Bäumen brütende Vögel angehen, „beschreibt ein normales Verhalten von Katzen, da sie der Gattung Raubtier zugehörig sind. Gegen ein solches Verhalten gibt es keine Vorschrift, die das Eingreifen der Ordnungsbehörde möglich macht“, schreibt Andrea Mentzel.

Unter anderem nimmt sie auch Stellung zu einer weiteren Frage der Genossen. So macht Jürgen Henke, SPD-Sprecher im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung in seinem Antrag deutlich, dass einige Nachbarstädte versuchen, mit Ordnungsbehördlichen Verfügungen das Problem freilaufender Katzen durch Chip-Erfassung und Kastrierung in den Griff zu bekommen. Henke will in diesem Zusammenhang wissen, ob sich eine derartige Verfahrensweise auch für Werdohl anbiete. Die Verwaltung macht darauf aufmerksam, dass sämtliche Tierschutzangelegenheiten in den Zuständigkeitsbereich der Kreisordnungsbehörde fallen. Die städtische Ordnungsbehörde sei ausschließlich für Fundtiere zuständig. Dabei handele es sich in Werdohl fast ausschließlich um Hunde. „Streunende Katzen werden von Passanten und der Polizei nicht als entlaufene Tiere angesehen, da es gängige Praxis ist, dass auch ‘Hauskatzen’ oftmals Freigang haben und somit durch das Stadtgebiet streunen“, schreibt Mentzel. Weil der Tierschutzverein Werdohl- Neuenrade kaum Möglichkeiten habe, Fundhunde aufzunehmen, würden die Vierbeiner deshalb in einer nahegelegenen Tierpension untergebracht, bis der Eigentümer ermittelt worden sei.

Die Stadtverwaltung verfüge über ein Chiplesegerät mit dem in der Regel der Halter des Tieres festgestellt werden könne. Der hiesige Tierschutzverein unterstütze die Arbeit des Kreises beispielsweise dadurch, dass er herrenlose Katzen einfange, gegebenenfalls kastriere und in private Hände vermittle.

Um eine von der SPD angesprochene ordnungsbehördliche Verfügung zu erlassen, müssten Anhaltspunkte vorliegen, dass beispielsweise eine problematisch hohe Katzenpopulation bestehe von der zum Beispiel eine hygienische Belästigung der Bevölkerung oder gesundheitliche Gefährdung für Menschen und seine Haustiere ausgehe. Zudem weist Andrea Mentzel auf eine fachliche Einschätzung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hin. Der Stadtverwaltung lägen keine Hinweise von Behörden, aus der Bevölkerung oder des Tierschutzvereins vor, dass derzeit eine akute Gefahr gegeben sei, die von streunenden Katzen ausgehe.

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