Werdohl: Keine „verbrannte Erde“ bei ThyssenKrupp Bilstein

Gerold Vogel, Andreas Späinghaus, Wolfgang Jörg, Udo Böhme, Michael Scheffler und Norbert Römer (von links) sind sich einig: Der Druck auf den ThyssenKrupp-Konzern muss erhöht werden.

WERDOHL ▪ Die Bemühungen der Betriebsräte der beiden ThyssenKrupp Bilstein-Standorte Werdohl und Hohenlimburg-Oege um Unterstützung im Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze fächern weiter aus. Mittwochmittag war der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Römer, zu Gast, um sich über die Situation zu informieren.

„Wir brauchen viele dicke Stricke, um daraus ein Seil zu knüpfen, an dem gemeinsam gezogen wird“, begründete der Werdohler TKB-Betriebsratsvorsitzende Udo Böhme diese neue Initiative und hörte wohl gern, dass Norbert Römer seine Solidarität mit den von der Werksschließung betroffenen Mitarbeitern zum Ausdruck bringen wollte. Zugleich hatte der SPD-Politiker die Mitteilung der SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft parat, dass man alles tun wolle, „um begleitend zu helfen“.

Niemand sollte entlassen

werden

Wichtig sei, dass niemand entlassen werde. Er sei sicher, dass dieses Ziel erreicht werden könne. Es müsse Druck auf den Konzern ausgeübt werden, „denn schließlich will auch er irgendwann einmal etwas vom Staat“, so Römer. ThyssenKrupp müsse begreifen, dass notwendiges Handeln „keine Einbahnstraße ist.“ Gerade bei Industriearbeitsplätzen wiege jeder Job doppelt. Dieses Bewusstsein müsse geschärft werden. Der Konzern ThyssenKrupp und seine Rechtsvorgänger hätten über viele Jahrzehnte „gutes Geld in Werdohl verdient“. Deshalb dürfe er jetzt keine „verbrannte Erde“ hinterlassen.

SPD-Landtagskandidat Michael Scheffler: „Wir wollen nicht, dass eine ganze Region gegeneinander ausgespielt wird“ und die Menschen ins Bodenlose fielen.

Scheffler: Strukturhilfen des Landes nötig

Dringend nötig seien Strukturhilfen des Landes, durch die wieder Arbeitsplätze geschaffen werden „und eine Aufbruchstimmung entsteht“, durch die Werdohl „lebensfähig und lebenswert bleibt“, so Scheffler.

Mit in Werdohl war auch der Hagener SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg. Er machte klar: „Der ThyssenKrupp-Konzern soll nicht glauben, dass das hier ein Spaziergang wird.“ Wenn die TK-Führung sich nicht kompromissbereit zeige, „werden wir eine Öffentlichkeit herstellen, die sie so schnell nicht vergisst“. Die Kampfbereitschaft kenne keine Grenzen, und wie Jörg, so machten auch alle anderen klar: „Es gibt genug Aktionen, um es ThyssenKrupp schwer zu machen.“ In welche Richtung diese „Ansage“ geht, ließen die Beteiligten allerdings offen.

Von Rainer Kanbach

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