Keine Schwerpunktschule möglich

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Diskutierten Dienstag in der Martin-Luther-Grundschule über Inklusion (v.l.): Bürgermeister Siegfried Griebsch, Schulausschussvorsitzender Wilhelm Jansen und Fachbereichsleiter Grabs.

WERDOHL -   Zwar ist der Schulausschuss am Dienstag der Empfehlung der Stadt gefolgt (wir berichteten), keine eigene Schwerpunktschule in Werdohl zur Inklusion einzurichten, dennoch sollen selbstverständlich beeinträchtigte Schüler an Regelschulen aufgenommen werden. Dazu bekamen die Ausschussmitglieder weitere Informationen von Cornelia Krois vom Märkischen Kreis.

Die Inklusion hat zunächst einmal Auswirkungen auf den Bestand der Förderschulen. Lediglich die Förderschulen in Iserlohn und Lüdenscheid sind nicht in ihrem dauerhaften Bestand gefährdet. Den Schulstandort Werdohl wird betreffen, dass auch die Förderschule Plettenberg „kaum Aussichten auf einen längerfristigen Bestand“ habe. Die Stadt Werdohl hatte bekanntlich ihre eigene Förderschule, die Pestalozzischule, aufgelöst und die Schüler in eine Kooperation mit der Vier-Täler-Schule der Stadt Plettenberg gegeben. Die wird ebenfalls kaum Bestand haben, wenn sich die Prognose des Kreises erfüllt: Aufgrund von Elternwahlentscheidungen für das Gemeinsame Lernen und später einsetzende Feststellungsverfahren werden kaum noch neue Schüler aufgenommen, dafür werden Jahr für Jahr Abschlussjahrgänge die Schule verlassen.

Für die Stadt Werdohl soll deshalb das Gemeinsame Lernen im Bereich der Lern- und Entwicklungsstörungen an der städtischen Gemeinschaftsgrundschule und an Real- und Gesamtschule angeboten werden. Für alle anderen Förderbereiche (Hören und Kommunikation, Sehen, Geistige Entwicklung, Körperliche und motorische Entwicklung) kann nur dann eine Schwerpunktschule eingerichtet werden, wenn man die Gebäude dazu entsprechend umbauen würde. Die vorhandene Gebäudesubstanz (Turmstruktur der Gesamtschule und das geschachtelte Anbausystem der Realschule) erscheinen dafür wenig geeignet.

Neben dem LES-Förderbereich sind in der Primarschule noch zwei Kinder mit anderen Förderbereichen angekündigt, eines davon soll zur Martin-Luther-Schule gehen, das andere nach Neuenrade. In der Sekundarstufe sind neun LES-Kinder sowie zwei in anderen Förderbereichen angekündigt. Sie sollen ausgewogen an der Gesamtschule und an der Realschule aufgenommen werden.

Von Volker Heyn

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