Keine Schonfrist für Falschparker

+
Mit diesem Gerät erfassen die Kontrolleure seit der vergangenen Woche Daten von Parksünderm.

Werdohl - Seit dem 2. Januar gibt es in der Innenstadt keine gebührenfreien Parkplätze mehr. Zwei neue Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren jetzt, ob in jedem Auto ein Parkschein oder ein Dauerparkausweis liegt.

„Wir haben eine zusätzliche halbe Stelle und eine Stelle mit 28,5 Stunden geschaffen“, sagt Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel. Beide Kollegen sind ausschließlich für die Parkzonen in der Innenstadt zuständig.

Wer keinen Parkschein gelöst hat oder sein Auto über die bezahlte Zeit hinaus stehen lässt, bekommt einen Verwarngeldbescheid über 10 Euro. Schon jetzt sind die Kontrolleure streng, eine Übergangsfrist gibt es nicht. „Die Diskussion läuft schon so lange, dass sich jeder darauf einstellen konnte“, sagt Andrea Mentzel.

Kostenlos sind nur noch die Parkplätze einiger Geschäfte: Auf den Flächen vor dem WK Warenhaus und dem Lidl-Supermarkt können Kunden ihre Autos zwischen 90 Minuten oder zwei Stunden abstellen. Doch auch hier kontrolliert das Ordnungsamt, ob Fahrer eine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe gelegt haben und die vorgegebene Zeit nicht überschritten haben. Die Geschäfte Kik und Aldi hätten mit dem Ordnungsamt keine solche Vereinbarung getroffen, sagt die Amtsleiterin. Wer dort parkt, könnte also Glück haben.

447 Dauer- und 199 Bewohner-Parkausweise hat die Stadt bis gestern ausgegeben. Eine „große Rabattmarke“ nennt Rolf Prange vom Baubetriebshof diese Dauerausweise. Das sei aber eine, „mit der wir gut leben können“, erklärt Prange, der das Konzept für die Parkraumbewirtschaftung entworfen hat. Schließlich garantierten die Dauerparker der Stadt feste Einnahmen von 115 000 bis 116 000 Euro im Jahr.

Wieviel Geld Kurzparker zusätzlich in die 39 Parkscheinautomaten in der Innenstadt werfen werden, lasse sich jetzt noch nicht abschätzen. Die Einnahmen aus den Parkgebühren sollen zu 100 Prozent in die Stadtkasse fließen. „Die neuen Stellen im Ordnungsamt werden sich durch die Einnahmen aus den Verwarngeldern selbst tragen“, schätzt Prange. Schließlich gebe es jetzt gut 300 Plätze, auf denen bisher ohne jede Begrenzung geparkt werden konnte. Schon deshalb geht der Mitarbeiter des Baubetriebshofs davon aus, dass die Kontrolleure mehr Knöllchen als bisher schreiben werden.

Wer einen Verwarngeldbescheid kassiert hat, kann sich nicht mit einem kaputten Parkscheinautomaten herausreden. Denn die Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben einen bronzefarbenen Chip in der Tasche, mit dem sie die Funktion der Geräte testen können. „Die Münze fällt durch und der Automat druckt einen Testschein“, erklärt ein Kontrolleur. Funktioniert er nicht, erscheint eine Fehlermeldung.

Auch Beweisfotos von jedem Falschparker nehmen die Kontrolleure mit: Eines vom ganzen Auto samt Kennzeichen, eines von der Windschutzscheibe ohne Parkschein. - Constanze Raidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare