„Keine größeren Verletzungen“

Mit spitzer Feder: Karikaturen-Ausstellung in der Bücherei

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Rainer Kanbach (links) genoss sichtliche die Worte von Manfred Wolf.

Werdohl - Großer Bahnhof in der Stadtbücherei für einen ehemaligen Redakteur des Süderländer Volksfreundes: Mehr als 50 Gäste kamen zur Vernissage einer Ausstellung von Karikaturen, die Rainer Kanbach mit seiner spitzen Feder über die Jahre hinweg gezeichnet hat.

Die launige Laudatio auf Kanbach hielt der ehemalige Bürgermeister Manfred Wolf. Auch Siegfried Griebsch hatte es sich nicht nehmen lassen, Kanbach seine Aufwartung zu machen. Die Amtsinhaberin und etwa Jörg Bora waren indes nicht erschienen.

„Die Frage, was Karikatur darf“, leitete Laudator Wolf seine lobenden Worte ein, „hat zuletzt weltweit für Diskussionen gesorgt.“ Und auch Kanbach habe „zuweilen Ärger bei den Betroffenen ausgelöst – aber keine größeren Verletzungen“.

Der Ex-Bürgermeister rief aber in Erinnerung: „Nicht zu vergessen ist: Wer karikiert wird, hat Bedeutung – und das schmeichelt auch dem Ego.“ Und in der Tat: Der ein oder andere Kommunalpolitiker, der die Vernissage am Sonntagmorgen besuchte, freute sich, als er sein eigenes Anlitz in den Karikaturen entdeckte.

Wolf erklärt weiter, dass Kanbach nicht nur die Politik aufs Korn genommen habe: Auch gesellschaftliche Themen seien nie sicher vor ihm gewesen – ob Kirche, Sport oder Vereine. 48 Exponate aus dem Archiv des Karikaturisten sind auf den Stellwänden in der Bücherei zu sehen – weitere in einem Ordner.

Der Laudator betonte: „Rainer Kanbach kommentiert das Stadtgeschehen. Er weiß, was die Werdohler beschäftigt.“ So werde ihm auch nie der Stoff ausgehen. „Und er sollte auch weiter zeichnen – und zwar, ohne der Altersmilde nachzugeben.“

Nach der offizillen Ausstellungs-Eröffnung geht dann eine Besucherin mit strahlendem Lächeln auf den Künstler zu und sagt: „Super Bilder, Herr Kanbach – jedes Wochenende wieder toll.“ Ein anderer steht vor einer der Stellwände und seufzt: „Schade, dass es die Bilder nicht als Buch gibt.“

Die Ausstellung mit den Karikaturen ist noch bis zum 20. Oktober in der Stadtbücherei zu sehen.

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