Weiberfastnacht mit der "kfd-Airline"

Ein Klassiker: Loriots Jodelsketch mit Frau Hoppenstedt, die endlich auch mal was Eigenes hat.

WERDOHL - Keine Angst vor dem Fliegen hatten die Frauen der kfd-Werdohl und ihre Gäste am Donnerstagabend im Gemeindehaus St. Michael. Die hauseigenen Theater-Spatzen nahmen die Frauen am Weiberfastnachtstag mit Hilfe der „kfd-Airline“ auf eine unterhaltsame Reise durch Europa mit Ausflügen nach Australien und Brasilien.

An den Stationen gab es Sketche, Tänze und eine Gala-Show im Zirkus Roncalli in Monte-Carlo. Irgendwie war das Personal dort abhanden gekommen und musste durch Figuren aus Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett ersetzt werden. So hatte der Werdohler Verwandte von Papst Benedikt die Ehre, neben Tina Turner und Agnetha, dem blonden Gift von Abba, auf der Bühne zu stehen. Dazu kamen die Queen und Napoleon, Geiger David Garrett und Miriam Makeba.

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Weiberfastnacht der kfd St. Michael

 Brunhilde Legien, die als Stewardess gemeinsam mit Doris Streuer auch sonst durch das Programm führte, hauchte mit ihrem großen Schlüssel den etwas hölzernen – oder besser wächsernen – Figuren Leben ein. Große Freude löste auch der Schotten-Tanz aus, für den sich die Frauen sehr authentisch gewandet hatten. So wie auch beim großen Finale, als die Samba-Tänzerinnen von der Bühne kamen und ihr Publikum mitnahmen auf eine große Polonaise durch den Saal. Doch die Stimmung war nicht erst zu vorgerückter Stunde blendend: Es wurde getanzt und geschunkelt, gefuttert und geplaudert, dass es eine wahre Freude war. Werner Bürgel sorgte zum 30. Mal für die musikalische Begleitung, sang auch selbst und kündigte seinen Rückzug für das nächste Jahr an: „Das ist das letzte Mal in dieser Form.“ Dieser Mann arbeitete fleißig an diesem vergnüglichen Abend, wie auch einige andere Männer, die als Service-Kräfte gebraucht wurden.

Die Frauen huldigten derweil mit ihren Kostümen der Hippie-Ära und dem Orient. Gesichtet wurden auch Marienkäfer und Erdbeeren, Pippi Langstrumpf und elegante Damen, Nonne und Teufel und zwei zauberhafte Paradiesvögel, die den Abend durchleuchteten.

Auf der Bühne gab es währenddessen immer wieder Vergnügliches zu sehen: Großartig, wie die Trauerschnallen mit Tulpen oder Flachmann in der Hand ihrer Verblichenen und der Gründe für deren Verbleichen gedachten. In Moskau landete die kfd-Airline im Bolschoi-Ballett, wo „gertenschlanke“ Schönheiten Männerköpfe verdrehten. Der Spanienurlaub ließ konsternierte Sonnenhungrige zurück, die mit dem Wunsch nach authentischer spanischer Kost auf die Filiale in Plettenberg verwiesen wurden: „Wir haben da eine Bodega.“ Schön auch die Variationen auf Loriots Jodel-Diplom mit der selbstbewussten Frau Hoppenstedt, die dann endlich „etwas in der Tasche“ hat, um selbstständiger zu werden.

Ein eigenes pfiffiges Programm, eine wunderbare Stimmung und ein Unterhalter, der sein Handwerk versteht – die Frauen der kfd-Werdohl können feiern getreu der Devise, die an diesem Abend die Bedeutung der drei Buchstaben k, f und d etwas abwandelte: „Karneval – Frohsinn – Durchhalten!“

Von Thomas Krumm

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