Was geschah in einer Wohnung am Riesei in Werdohl?

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Symbolfoto

Werdohl - Irgendwo in einer Wohnung am Riesei spielten sich am 30. März 2016 merkwürdige Dinge ab: Laut Anklage schlug ein 25-jähriger Werdohler einem heute 20-Jährigen ins Gesicht. Erinnern konnte sich der Jüngere im Amtsgericht Altena nicht mehr an die Ereignisse. Sie schienen ihm derart gleichgültig und entrückt zu sein, dass Richter Dirk Reckschmidt ihn fragte, ob er nach fast zwei Jahren überhaupt noch ein Interesse an der Strafverfolgung des mutmaßlichen Täters habe.

Möglicherweise war der 20-Jährige durch den Konsum von Cannabisprodukten derart in seiner Wahrnehmung beeinträchtigt, dass die fehlende Erinnerung eine quasi natürliche Erklärung fand.

Einem 18-jährigen Zeugen jener Geschehnisse ging es nicht anders: Auch er hatte keine valide Erinnerung mehr an einen „sehr krassen Abend“. Geladen waren noch weitere Zeugen des Vorfalls – die hatten es allerdings vorgezogen, gar nicht erst im Amtsgericht aufzutauchen.

Nur einen Joint geraucht

Der 25-jährige Angeklagte bestritt die angebliche Körperverletzung: „Geschlagen habe ich ihn auf jeden Fall nicht“, versicherte er. Tatsächlich sei er an jenem Tag in jener Wohnung gewesen. Er habe dort aber nur einen Joint geraucht. „Die beiden anderen waren total zugedröhnt“, gab er vor Gericht zu Protokoll. 

Telefone für 130 Euro verkauft

Zwei weitere Angeklagte nutzten an jenem 30. März diesen drogenseligen Zustand der beiden bekifften Besitzer zweier Mobiltelefone, um diese an sich zu bringen. „Die waren in einer ganz anderen Welt, nicht mehr ansprechbar“, erinnerten sie sich und gaben zu, die Gelegenheit genutzt und die Geräte mitgenommen zu haben. Am nächsten Tag verkauften sie sie in Hagen für 130 Euro.

In der Hoffnung, dass von den beiden säumigen Zeugen mehr über das Geschehen zu erfahren sein könnte, unterbrach Richter Dirk Reckschmidt die Verhandlung bis Donnerstag, 15. Februar. Dann soll ein erneuter Anlauf zur Klärung der letzten Fragen unternommen werden.

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