Keine Ein-Euro-Jobs mehr bei der Stadt Werdohl

Die Ein-Euro-Kräfte werden vor allem an der Lennepromenade eingesetzt. Unser Bild zeigt einen Arbeitseinsatz im vergangenen Jahr.

Werdohl - Zehn sogenannte Ein-Euro-Jobber sind aktuell bei der Stadt Werdohl beschäftigt und kümmern sich vor allem um die Lennepromenade. Ende Februar läuft die Trägerschaft aus, so sieht es das Sparpaket von 2012 vor. 23 500 Euro will die Stadt damit pro Jahr sparen.

Von Constanze Raidt

„Das ist eine politische Entscheidung, die jetzt von der Verwaltung umgesetzt wird“, sagt Bodo Schmidt von der Abteilung Soziales der Stadtverwaltung. Ganz einfach werde es nicht, den Wegfall dieser Arbeitskräfte auszugleichen. Immerhin sind sie sechs Stunden am Tag und vier Tage pro Woche im Einsatz.

Seit 2005 bietet die Stadt Werdohl diese Beschäftigungsmöglichkeit an, bis zu 60 Ein-Euro-Jobber gab es in Spitzenzeiten. Zwischendurch sei auch mal eine größere Anzahl Frauen darunter gewesen, seit zwei Jahren seien es aber nur noch Männer, blickt Schmidt zurück.

Als die ersten Ein-Euro-Jobber anfingen, gab es an der Lennepromenade richtig viel zu tun. „Alles war zugewuchert mit Knöterich“, erinnert sich der Verwaltungsmitarbeiter. „Diese Pflanze ist mehrere Meter hoch und eigentlich zu nichts nutze – auch Tiere können sie nicht fressen.“ Von Anfang an war klar: „Das wird eine längerfristige Aufgabe, den Kampf aufzunehmen.“

Anfangs finanzierte das Jobcenter die Maßnahme, „aber die Förderung wurde immer weiter zurückgefahren“, sagt Schmidt. 23 500 Euro steuert die Stadt Werdohl jedes Jahr bei. Dazu kommen Personalkosten für Verwaltungsmitarbeiter Erwin Günther, der die Ein-Euro-Jobber betreut.

Günther kümmert sich auch um junge Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge, die ähnliche Aufgaben wie die Ein-Euro-Kräfte übernehmen. 20 junge Männer seien es derzeit, die gemeinnützige Arbeit verrichten. Ohne Druck oder Zwang, wie Schmidt betont: „Die rennen uns die Bude ein, die sind verrückt darauf, zu arbeiten.“ Und genau wie die Ein-Euro-Jobber seien sie sehr zuverlässig und motiviert. Das Problem: Nur die wenigsten der Asylbewerber haben einen Führerschein. Und den bräuchten zumindest einige, um zum Beispiel Grünschnitt zu transportieren.

Seit Anfang November arbeiten ein paar Asylbewerber für den Bauhof. „Dort können sie besser betreut werden“, erklärt Schmidt. Die Männer hätten sich freiwillig für eine Vollzeit-Beschäftigung entschieden – Pflicht sei nur ein Halbtags-Job.

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