500 Euro Steuer jährlich für einen gefährlichen Hund

Die Stadt Werdohl will die Hundesteuer erhöhen – nicht nur für „normale“ Hunde wie diesen Labrador. Wer einen als „gefährlich“ eingestuften Hund hält, muss dafür 500 Euro Steuer im Jahr zahlen. Diese Regelung gab es bisher nicht.

WERDOHL ▪ Die ersten konkreten Entscheidungen im Zuge des Sparpaktes werden kommenden Montag im Hauptausschuss getroffen. Die Hundesteuersatzung soll neu gefasst werden, außerdem werden die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer angehoben.

Dass es für Hundehalter teurer wird, ist schon seit einiger Zeit klar, es gab bislang aber noch keine genauen Festlegungen. Die Verwaltung hat jetzt benannt, wie sie aus den erhöhten Hundesteuersätzen eine Mehreinnahme von 40 000 Euro für die klamme Stadtkasse hereinholen will.

In Einvernehmlichkeit hatten die Parteien im Lenkungsausschuss zugestimmt, dass der erste Hund nicht mehr wie bisher 66 Euro, sondern zukünftig 100 Euro kosten soll. Gefährliche Hunde sollen jetzt einen eigenen Steuersatz bekommen und stolze 500 Euro im Jahr kosten. Diese Maßnahme wird allerdings eher als ordnungspolitisches Steuerungsinstrument angesehen. Durch diese hohe Besteuerung soll die Haltung von so genannten „Kampfhunden“ erschwert werden. Mit 500 Euro liege die Stadt noch im moderaten Rahmen, andere Städte verlangten 1000 Euro und mehr.

Festgelegt wurde auch schon, dass Steuerbefreiungen und Steuerermäßigungen wegfallen sollen. Die bislang geltende Hundesteuersatzung musste daraufhin überarbeitet und angepasst werden. Die Steigerung der Steuersätze aufgrund der Anzahl der gehaltenen Hunde entspricht dem derzeitigen prozentualen Verhältnis. Bei den gefährlichen Hunden erfolgt nur die Abstufung zwischen einem und zwei oder mehr gefährlichen Hunden, um damit die Anzahl möglichst schon im Vorfeld begrenzen zu können.

Die Hundesteuer für einen Hund beträgt 100 Euro, für zwei Hunde 118 Euro pro Tier und für drei oder mehr 136 Euro pro Hund. Ein „Kampfhund“ liegt bei 500 Euro, zwei oder mehr solcher als gefährlich eingestuften Hunde kosten zukünftig 680 Euro pro Hund. Als gefährliche Hunde gelten solche, die auf Angriffslust oder Kampfbereitschaft oder Schärfe oder ähnliche Zuchtmerkmale gezüchtet wurden. Als gefährlich eingestuft werden auch solche Hunde, die gegen Menschen abgerichtet wurden. Ausgenommen sind die Schutzdienst- und Sporthundausbildungen von Vereinen und Verbänden, sofern sie die Tiere nicht gegen Menschen konditionieren. Gefährlich sind auch Hunde, die sich nach dem Gutachten des Amtstierarztes als bissig erwiesen, gefährlich einen Menschen angesprungen oder unkontrolliert Wild, Vieh, Katzen oder Hunde gehetzt oder gerissen haben.

Die Steuerbefreiung für Blindenhunde und behinderte Tierhalter sowie für Geringverdienende und Arbeitslose fällt ebenso weg wie für vom Tierheim vermittelte Hunde und Hofhunde.

Von Volker Heyn

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