Steigende Nachfrage

Kein Risikogebiet mehr: „Kleiner Boom“ auf Mallorca-Reisen

Die Hoteliers auf Mallorca spannen die Sonnenschirme auf: Die beliebteste Ferieninsel der Deutschen gilt nun nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Seitdem hat sich die Nachfrage nach Reisen auf die Balearen-Insel deutlich erhöht.
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Die Hoteliers auf Mallorca spannen die Sonnenschirme auf: Die beliebteste Ferieninsel der Deutschen gilt nun nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Seitdem hat sich die Nachfrage nach Reisen auf die Balearen-Insel deutlich erhöht.

Allein am ersten Vormittag, nachdem die Bundesregierung über das Wochenende die Risikowarnung für Mallorca aufgehoben hatte, verzeichnete Wolfgang Reinhardt vom Neuenrader Reisebüro RBT fünf Buchungen eben dorthin.

„Ich kann also bestätigen, dass es einen kleinen Boom gibt. Die erste Fluglinie vermeldete schon, dass sie ausgebucht ist.“ 300 zusätzliche Flüge waren kurzfristig freigegeben worden zu Wochenbeginn.

Vor der Aufhebung der Reisewarnung hatte das Robert-Koch-Institut die Liste der internationalen Corona-Risikogebiete aktualisiert und die Balearen mit Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera von eben dieser gestrichen, sodass Reiserückkehrer nun nicht mehr in Quarantäne müssen.

Buchungszahlen liegen immer noch deutlich unter der Vor-Corona-Zeit

Trotz der steigenden Nachfrage kommt Wolfgang Reinhardt aber längst nicht an die Buchungszahlen der Vor-Corona-Jahre heran. „Sonst hatten wir für die Osterferien gut 100 Mallorca-Buchungen“, sagte Reinhardt. Neben Mallorca gebe es für die Ferien aber noch andere begehrte Reiseziele wie „die Kanaren, vor allen Dingen Gran Canaria, und auch Dubai.“

Wolfgang Reinhardt zeigt zwei Modelle von Gebäuden aus Dubai. Nach Reisen dorthin besteht eine gewisse Nachfrage in Corona-Zeiten.

Reinhardt greift bei diesen Worten zu zwei Acrylglasmodellen der höchsten Gebäude aus Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und stellt sich zur Grünpflanze vor dem Fenster, hinter der ein Foto aus Dubai an der Wand hängt. Die Modelle hält er in der Hand, als wolle er sich an eine Hoffnung klammern, „aber von bedenkenlosen Buchungen der Kunden sind wir weit entfernt“, dämpfte er diese sogleich wieder.

Viele Kunden noch „sehr reserviert“

„Die Kunden sind noch sehr reserviert“, hat er beobachtet. „Doch manche, die noch nicht wieder verreisen, berichten mir durchaus: Sie stehen in den Startlöchern.“ Er sagte: „Auch nach Mallorca sind die Reisenden ja vom Flughafen in Deutschland bis zum Hotel rund sechs Stunden unterwegs. So lange am Stück die Maske tragen zu müssen, ist ja auch eine Belastung.“

Ebenfalls auf fünf Mallorca-Buchungen kam Lutz Hoffmann vom Reiseclub Werdohl an der Derwentsider Straße. „Zwar ist die Nachfrage deutlich gestiegen, nachdem die Insel nun nicht mehr als Risikogebiet eingestuft wird“, verdeutlichte er. „Aber sonst haben wir pro Ferienwoche 30 bis 40 Buchungen“, verglich er die Zahl mit Jahren ohne Pandemie. „Das ist jedenfalls so, wenn Ostern gut liegt – also nicht Anfang März, sondern erst im April.“

Inzidenz lag auf Mallorca zuletzt unter 20

Nach seiner Einschätzung hat sich durch die Streichung der Balearen von der Risikogebiete-Liste gar nicht so viel verändert: Auch als Mallorca noch Risikogebiet war, wurde jede Quarantäne von Reiserückkehrern, deren Schnelltest negativ war, umgehend beendet.“ Die Zurückhaltung mancher Urlaubsfans könne er folglich nur bedingt nachvollziehen. Aber er räumte auch ein: „Das Wörtchen ,Risiko’ verursacht wohl bei vielen Bauchschmerzen. Das ist eine psychologische Geschichte.“

Lutz Hoffmann schaut sich auf seinem Bildschirm ein Foto von Mallorca an. Dorthin konnte er zuletzt wieder einige Reisen verkaufen.

Die Sieben-Tages-Inzidenz für Mallorca, als die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen hochgerechnet auf 100 000 Einwohner, lag zuletzt bei unter 20. Zum Vergleich: Werdohl hat erst jüngst wieder die 200er-Marke gerissen und lag am Donnerstag bei 209,55. „Reisen sind ja nachgewiesenermaßen sicher, wenn alle sich an die Regeln halten“, sagte Hoffmann deshalb auch.

Auch die Kanaren werden teilweise gebucht

Also freue es ihn, dass die Werdohler Senioren, die Jahr für Jahr im Ausland überwintern, auch 2021 bei ihm auf der sprichwörtlichen Matte stünden. „Die Türkei ist stark gefragt“, berichtete Hoffmann über diesen Teil seiner Kundschaft. „Das kann ich auch gut verstehen, schließlich kann man dort doch für weniger als 1000 Euro im Monat gut leben.“ Ein weiterer „kleiner Lichtblick“ seien im Moment auch die Kanaren, die „hier und da“ ebenfalls gebucht würden.

Damit das Reisen zumindest in eingeschränkter Form auch weiterhin möglich bleibt, appellierte Lutz Hoffmann an alle Menschen mit Fernweh: „Halten Sie sich bitte an die Vorschriften und machen das zarte Pflänzchen Reisen nicht gleich wieder kaputt.“

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