Kein Radweg für Hangbrücke

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Ob der Gehweg an der Neuenrader Straße erneuert werden soll, wird frühestens im Sommer entschieden.

Werdohl - Einen kombinierten Rad- und Gehweg wird es an der Hangbrücke an der Neuenrader Straße (B 229) wahrscheinlich nicht geben. Das teilte Martin Hempel, Leiter der Tiefbauabteilung, auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Der Landesbetrieb Straßen NRW könne einen Radweg auf der Neuenrader Straße nicht finanziell fördern, erklärte Hempel: „Es besteht kein Bedarf, weil der überregionale Radweg über die Neustadtstraße durch die Innenstadt führt.“ Deshalb komme auch keine „Kombi-Lösung“ aus Geh- und Radweg in Frage.

Eine solche hatten sich einige Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung Ende Februar gewünscht. Damals stand zur Diskussion, im Zuge der Hangbrückensanierung auf eine Erneuerung des Gehwegs zu verzichten, um Geld zu sparen.

Mit 620.000 Euro müsste sich Werdohl an den Baukosten für die Hangbrücke beteiligen, sollte auch der Gehweg neu errichtet werden. Die Stadtverwaltung hatte deshalb vorgeschlagen, den Fußweg nicht zu erneuern. Doch der Ausschuss vertagte die Entscheidung über den Gehweg, weil noch geprüft werden sollte, wieviele Fußgänger ihn überhaupt nutzen.

Bisher sei diese Prüfung noch schwierig, berichtete Martin Hempel. Zwar verfüge die Stadt über ein Zählgerät für Verkehrszählungen. Dieses erfasse nicht nur die Anzahl und Geschwindigkeit von Fahrzeugen, sondern könne sogar zwischen Pkw und Lkw unterscheiden. Auch um Fußgänger zu zählen, sei das Gerät grundsätzlich geeignet – aber nur auf reinen Gehwegen. „Der Autoverkehr auf der Bundesstraße im Hintergrund würde das Ergebnis zu sehr verfälschen“, erläuterte der Leiter der Tiefbauabteilung das Problem.

Die Verwaltung habe beim Märkischen Kreis angefragt, ob dieser ein geeignetes Zählgerät zur Verfügung stellen könne. Beeilen muss sich die Stadtverwaltung damit nicht. Denn die Entscheidung über den Gehweg solle der neue Stadtrat frühestens im Sommer entscheiden, sagte Hempel.

Das stelle auch für den Landesbetrieb Straßen NRW kein Problem dar, weil die Planungen der Hangbrückensanierung nicht beeinträchtigt würden. Sollte ein neuer Gehweg errichtet werden, würde dafür eine Tragplatte gebaut, beschrieb Hempel das Vorgehen. Die Abmessungen für die Stützmauer würden sich dadurch aber nicht ändern, sodass Straßen NRW diese weiter planen könne.

Dass im Sommer eine Entscheidung auch für einen Radweg fallen könnte, hält Martin Hempel für sehr unwahrscheinlich. Schließlich sei es schon fraglich, ob Werdohl überhaupt das Geld für den Gehweg aufbringen könne. „Ein Radweg wäre ja noch breiter“, erklärte der Verwaltungsmitarbeiter. Damit würde auch der Kostenanteil der Stadt höher ausfallen als die 620.000 Euro für den Gehweg. - cra

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