Kein Parkticket an Adventssamstagen

WERDOHL - „Die Einzelhändler sind natürlich nicht erfreut, dass das Parken in der Stadt für ihre Kunden ab dem Herbst kostenpflichtig wird, sie haben aufgrund der Haushaltssituation der Stadt aber auch ein gewisses Verständnis,“ zog Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs gestern ein Fazit aus den Gesprächen, zu denen 16 Werdohler Gewerbetreibende und Einzelhändler am Donnerstag zusammen gekommen waren.

Viele Fragen der Gewerbetreibenden und Geschäftsleute hätten beantwortet werden können, resümierte Haubrichs. Diskutiert worden sei auch über die Einführung eines Bonussystems, mit dem die Kundenparkgebühren in den Geschäften bei einem Einkauf vergütet werden könnten. Entstehende Kosten könnten wiederum von den Geschäftsinhabern steuerlich geltend gemacht werden. Man stehe bei der Planung in den Anfängen und habe Gespräche mit der Stadt Werdohl aufgenommen, informierte Haubrichs. An einer Ausarbeitung eines solchen Systems werde sich die Stadt allerdings nicht beteiligen können, betonte Verwaltungsmitarbeiter Rolf Prange, aus dessen Feder das 52 Seiten umfassende Parkraumbewirtschaftungskonzept stammt.

Details dieses Konzeptes stellte Prange den Einzelhändlern und Gewerbetreibenden vor. Dass noch viele Gespräche auf ihn zukommen werden, darüber ist sich Prange im Klaren. „Allein heute Morgen hatte ich schon fünf Anrufe“, berichtete er gestern. Er wisse, dass die Umsetzung der neuen Parkregelungen schwierig werden wird und erwartet diesbezüglich noch einige Diskussionen.

Die Einführung der Parkgebühren in der Innenstadt seien Teil des im September vergangenen Jahres beschlossenen Sparpaketes, stellte Prange gestern noch einmal klar. Die Kosten seien für Parker dabei knapp kalkuliert. 60 Cent soll die Gebühr für eine Stunde Parkzeit in der Innenstadt künftig betragen, für 20 Cent könne man 20 Minuten parken. 40 Cent sind für Randflächen einkalkuliert. Prange weist auch darauf hin, dass man bei einem Besuch von Städten wie Lüdenscheid oder Iserlohn doch schon automatisch zum Parkautomaten laufe. Um den Werdohler Einzelhändlern entgegen zu kommen, sehe die Satzung, die zur Parkraumbewirtschaftung gerade aufgestellt werde, vor, dass das Parken in Werdohl an den Adventsamstagen kostenfrei sein soll. Ebenso soll dies während des Schützenfestes der Fall sein. Auch auf Ausnahmesituationen, wie sie beispielsweise bei Hochwasser oder während der Kirmes auf dem Goetheparkplatz entstehen, müsse man reagieren. Kontrollen würden dann eingeschränkt.

Prange wies weiter darauf hin, dass das Konzept sicherlich nachgebessert werden müsse. „Wir werden auf die Bedürfnisse reagieren müssen“, sagte Prange. Dazu müsse beispielsweise aber zunächst erkennbar sein, wieviele Dauerparker einen Ausweis beantragen würden.

Von Simone Benninghaus

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